414 SAMLINGAR FÜR NORDENS FORNÄLSKARE AF N. H. SJÖBORG.
Boden wird meist aus Felsengrund gebildet, oben liegen mehrereDecksteine. Sie enthält die unverbrannte Leiche, Waffen,Schmuck, manchmal aber zugleich Asche und verbrannte Ge-beine, doch meist ohne Urnen. Eine solche Mischung beiderGebräuche deutet eine Übergangszeit an. — Je vollständigerdie äusseren Zieraten eines Hügels, je kostbarer die Urne,desto älter der Hügel. Die Thormrnen sind demnach jüngerals die seltneren aus Metall. Endlich kann noch 4) zu deninneren Verzierungen gezählt werden ein Kreis von Steinen,welcher der äusseren, Fusskette genannt, entspricht und Drak-ring heisst. — Die meisten Grabhügel findet man in Schweden,die ältesten in der Nähe von Upsala. In Norwegen hat sichder Gebrauch rein erhalten, in Dänemark dagegen ist er aus-geartet. In Island sind nur wenige und können, als ausspäterer Zeit rührend, nicht klassisch sein. Noch geschiehtErwähnung der Gräber, Hügel, in Gestalt eines Schiffs (Skepps-högar), der Grabwälle in Form eines rechten Winkels odereiner Gabel oder in einer geraden Linie und anderer eigen-thümlicher Erscheinungen dieser Art.
Auf diese Klassification der sämmtlichen Alterthümer folgtnun eine den dort entwickelten Ansichten gemässe Beschreibungder einzelnen hier abgebildeten Denkmäler, welche den übrigenTheil des Werkes füllt. Sie ist ausführlich, beurkundet dievertraute Bekanntschaft des Verf. mit seinem Gegenstande undenthält eine Menge schätzbarer Nachweisungen, freilich auchManches, was blosse, mehr oder minder scharfsinnige Vermuthungist. Der zweite Band beschreibt gleicherweise eine AnzahlDenkmäler, die jedoch im Ganzen betrachtet meist aus späterer1839 Zeit und von geringerem Belang sind. Doch werden die Auf-klärungen, welche die auch in Deutschland besprochenen Tauf-becken durch Abbildungen noch unbekannter Exemplare er-halten, willkommen sein. Dem zweiten Bande ist eine chrono-logische Einleitung vorangestellt mit einzelnen, den Kalenderbetreffenden Abhandlungen. Auch ein Versuch ist (S. 48) ge-macht, die nordischen Denkmäler nach der Zeit, so weit siesich bestimmen lässt, zu ordnen. Für die ältere Zeit kann nurvon Wahrscheinlichkeit die Rede sein, und Manches deucht