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2 (1882)
Seite
405
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SAMLINGAR FÜR NORDENS FORNÄLSKARE AF N. H. SJÖBORG. 405

wenigstens während des 8. Jahrhunderts gelebt haben, oder vonBegebenheiten aus dieser Zeit, oder es müssten Ausdrücke vor-kommen, die heidnische Sitten und religiöse Begriffe bezeugten, 1827oder bildliche Darstellungen, nur aus der nordischen Mythologieerklärbar. Statt Gott und Gottes Mutter müsste Thor, Odin,Freyr oder ein anderer von den Äsen angerufen sein. Stattdes Himmelreichs müsste Walhall genannt sein, statt der weissenGewänder, des Pater noster und der Bitte für die Seele Altäre,Haine, blöthof ued blotmenn (Tempel und Götzendiener), Geirsoddr (womit Sterbende sich ritzten, um sich dem Odin zuweihen). Es ist unmöglich Zufall, dass man unter den vielenRunensteinen, die man kennt, nicht einen hat entdecken können,auf welchem sich eins jener Merkmale gefunden hätte, währendeine bedeutende Anzahl unbezweifelt christlich ist. Was manin guter Absicht für heidnisch gehalten, kann man zu längstausser Credit gesetzten, ungereimten Einbildungen oder zuneueren, ungegründeten Vermuthungen rechnen. In Dänemarkglaubt man einen Runenstein aus heidnischer Zeit gefundenzu haben, auf dem man nach Abrahamsons Erklärung liestrThor vigi thisi runor, Thor weihe diese Runen! Aber Thorwar kein Gott der Todten, sondern ein Schrecken der Leben-digen, und uggi oder iggi heisst nichts weiter, als: grub ein.Also bedeuten diese Worte nichts als: Thor grub diese Runenein. (Rec. bemerkt, dass auch dänische Gelehrte eine gleicheVermuthung geäussert, sie aber aus anderen Gründen nicht fürstatthaft gehalten.) Da Hr. Sjöborg die Sitte Runensteine zuerrichten im Zusammenhang mit der christlichen Zeit betrachtet,so hält er es für sehr unwahrscheinlich, dass jemals eine In-schrift aus dem Heidenthum entdeckt werde. Über Medalpadhinaus findet man keine Runensteine, mithin keine in Lapplandund, seltsam genug, keinen in Finnland. Dagegen in Schwedengegen 1300, wovon 700 auf Uppland kommen, 50 in Norwegen, ig2830 auf den dänischen Inseln (davon 10 auf Bornholm, 4 inJütland, 2 in Schleswig). Auf der Insel Mann erblickt manmehrere Grabsteine in Kreuzgestalt mit Runen. Dagegen sinddie beiden Runensteine auf dem Museum zu Oxford vonSchweden dorthin gebracht. Am Schluss befremdet es, den