406 SAMLINGAE FOE NORDENS FORNÄLSKARE AF N. IL SJÜBORG.
längst widerlegten Irrthum zu finden, wornach die Buchstabenauf den eben nicht so seltenen celtiberischen Münzen, die frei-lich bis jetzt noch niemand hat lesen können, für Runen ausder westgothischen Zeit angesehen werden.
Inschriften im Mönchsstil sind mit lateinischen oder deutschenBuchstaben geschrieben. Auf Glocken haben sie früher ange-fangen und später aufgehört, als auf Grabsteinen; mit denRunensteinen haben sie das gemein, dass sie je älter, destobesser und richtiger sind. Dergleichen Glocken hat man vonden Jahren 1107. 1130. 1199. Der Verf. hat an hundertsolcher Inschriften gesammelt. Wenige sind aus dem 13. Jahr-hundert, die meisten aus dem 14., einige aus dem 15. Diejüngste in dei\ Peterskirche zu Malmö vom Jahre 1675 istschlecht gemacht, doch aber der Sinn herauszubringen. Unterden Mönchsinschriften auf Grabsteinen ist die von Bischof Her-man in der Kraftskirche zu Lund die älteste. Er war BischofIn Schleswig und leistete dem Erzbischof Eskil Beistand bei derEinweihung der Domkirche im Jahre 1145 oder doch bald dar-nach. Der Stein hat das Eigene, dass sich einige kleine Buch-staben unter den grösseren befinden, die mitgelesen werdensollen. Aus dem 13. 14. und 15. Jahrhundert rühren die vielenGrabsteine mit Mönchsinschriften, die man in der Wadstena-klosterkirche und in den Domkirchen zu Upsala, Lund undTrondheim findet. Ein Grabstein der Isabella von Joigny, der1829 jetzt in Christiania aufbewahrt wird, mag ins Jahr 1295, undein anderer des Bischof Jon ins Jahr 1385 gehören; beide sindhier No. 100 und 111 angebildet. Grossentheils sind diese In-schriften, sowohl mit lateinischen als deutschen Buchstaben ge-schrieben, lateinisch abgefasst, manchmal in Versen und Reimen.Plattdeutsche findet man in Lund bei und in der Domkirche,besonders in der unterirdischen Kraftskirche und auch auf denGlocken. Mischung von Lateinisch und Plattdeutsch auf einigenGlocken in Schonen. Schwedische unter anderen in Upplandund dänische in Schonen. Auch gibt es Glocken mit slavischenoder russischen Inschriften, die wahrscheinlich unter Carl IXals Beute aus Russland mitgebracht wurden. Auf einer solchenin Dörarp in Smäland erblickt man zwischen den Worten Thier-