390 GEDICHTE WALTHERS VON DER VOGELWEIDE VON LACHMANN.
2031 wan vindet (107, 4), wie nach Rec. Abschrift dieser Stelle A liest,nicht in man vindet verändert; er hätte überhaupt nicht ein üe,dessen Aussprache doch bedenklich ist und wozu die Hss. keinenAnlass geben, eingeführt, vielleicht das 8 in den sicheren Fällen,gewiss aber die beiden z unterschieden.
Die Varianten stehen nicht unter dem Text, sondern in denAnmerkungen, was auch seinen Vortheil hat. Alles ist bequemgeordnet und mit Nach Weisungen versehen, wornach man sichin den Quellen leicht zurecht finden kann, auch für ein äusserstnützliches Verzeichnis der Strophenanfänge und eine Verglei-chung der Seitenzahlen bei Bodmer haben wir Ursache dank-bar zu sein. Rec. muss der Sitte gemäss einen kleinen Nach-trag zu den Anmerkungen als Zeugnis seiner Aufmerksamkeitliefern. In dem schönen Lied (8, 4), worin Walther den trauri-gen Zustand des Reichs bedenkt und in der ganzen Natur Hass. und Zwietracht erblickt, beschreibt er am Eingange seineneigenen Zustand: Ich saz üf einem steine: do dahte ich beinmit beine, darftf sazt ich den eilenbogen: ich hete in mine hantgesmogen daz kinne und ein min wange. In dieser Beschrei-bung folgt er einer herkömmlichen Überlieferung, auch derDichter des welschen Gastes sagt 135b: so sitzet er mit beinüber bein In einem winkel altersein, und die Bilder im Cod.Pal. dieses Gedichts zeigen den Sorgenden und Leidtragendenmehrmals in ähnlicher Stellung, die eine Wange in der Handruhend; aber schon in einem früheren Gedicht, im Cod. Pal.des Pfaffen Konrad aus dem 12. Jahrhundert, ist der Kaiserebenso abgebildet (fol. 84 a), wie er über Rolands Schicksal be-kümmert nachdenkt. Ein anderer Zeitgenosse Walthers, Hart-mann, sagt im Gregor 287: er begunde sere weinen, daz houbet
2032 underleinen so riuwecliche mit der hant; und dann bei Späteren,Konrad von Würzburg im Trojanischen Krieg (137 c), im Amurund Titurel findet man noch dieselbe Redensart. — 26, 5. dieWorte: Vil wol gelobter got — wie getar ich so gefrevein un-der dime rise? versteht Rec: wie darf ich sündigen unterdeiner Herrschaft, deinem Scepter? und bemerkt dazu dieStelle aus dem Otnit 44,2: herre, ich sitze in dinem gewalte(so ist mit Hs. B und C zu lesen, nicht wie im Text steht: