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2 (1882)
Seite
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382 PETRI ALFONSI DISCIPLINA CLERICALIS VON SCHMIDT.

unabhängig von der unsrigen bestehen, die offenbar eine andereeigentümliche Wendung hat; die Abstammung bleibt also nurVermuthung. Der indische Bidpai gewährt nichts Ähnliches,wenigstens hat ihn Rec. vergeblich nachgesehen. Jetzt warendie verwandten Werke des Mittelalters zu beachten, den Frei-dank hat Hr. Prof. Schmidt vernachlässigt, sonst hätte er ge-wiss folgende Stelle darin gefunden: Wer den mül wil vrägenvon sinen höhesten mägen, So nennet er e den ohein Dann vatteroder friunde dehein 25852588. Woher hat er die Fabel? Ausdem Aesop gewiss nicht, denn mit ihm stimmt er nicht, sondernmit dem Petrus Alfonsi. Also aus diesem? Es wäre möglich,1645 denn Freidank ist über ein Jahrhundert jünger, aber er istselbst in Palästina gewesen, er könnte die Fabel dort gehörthaben. Die wörtliche Mittheilung einer hierher gehörigen Stelleaus dem Renner lässt sich, da das Buch selten ist, rechtfertigen,nicht aber eines schlechten Zusatzes, den Lafontaine der Fabelgegeben, weil wir ihn gar nicht zu wissen brauchen und jeder-mann, der darnach Lust trägt, ihn nachschlagen kann. AuchHans Sachs ist so selten nicht, um eine halbe Seite zu füllen,zumal reichte die Bemerkung hin, dass er nichts Neues enthalteund eine andere Fabel damit verbinde. Spätere, deren Quelleman mit Sicherheit angeben kann, sind unwichtig. So hättenwir in wenig Zeilen den Ertrag zusammengefasst, den sich derLeser aus beinahe zwei Seiten heraussuchen muss. AberFreidank hat noch einen Spruch mit der disciplina clericalisgemein. Es heisst darin II, 7: Fili, ne sit gallus fortior tc,qui decem uxores suas justificat, tu autem solam non potescastigare, wozu Hr. Prof. Schmidt ohne Noth und Gewinn eineStelle aus dem Forschmeuseler abdrucken lässt. Bei dem deut-schen Dichter heisst es 2812: So stolzen muot nieman getruoc,Ern hete an einem wibe gnuoc: So wilz der hane bezzer hän,Dem sint zwelf nennen undertän. Daz er der zweiter meisterist, Daz gät vür Sälomönes list. Geradezu aus der discipl. cler.entlehnt ist diese Stelle schwerlich, das zeigt die abweichendeAufnahme und Wendung, aber durch welche Vermittelung hat sieFreidank empfangen ? Dieser Punkt wäre einer Aufkärung werth.Wir heben noch Cap. 24 heraus. Erst die aus Aesop undAvian herzuleitende Fabel von dem Bauer, der seinen Ochsen,