PETRI ALFONSI DISCIPLINA CLERICALIS VON SCHMIDT. 381
Stoff holte; nur sehr unbefriedigend ist, was selbst Sylvester deSacy darüber zu sagen weiss.
Hr. Prof. Schmidt hat eine von ihm selbst in Breslau ent-deckte Handschrift zu Grund gelegt, von einer zu Paris in derkönigl. Bibliothek befindlichen durch Vermittelung der Preuss.Regierung Abschrift, aus einer anderen in der Bibliothek St.Germain durch die Güte des Hrn. Hase Vergleichungen schwieri-ger Stellen erhalten. Er hat die ganze Ausgabe mit dem löb-lichen Fleiss, den man an ihm gewohnt ist, behandelt, mit einersorgfältigen und ausführlichen Einleitung über den Petrus Alf.und reichlichen Anmerkungen (S. 89—169) ausgestattet, die eineMenge willkommener Nach Weisungen und Aufklärungen enthal-ten, so wie sie von grosser Belesenheit und unermüdlicher Auf-merksamkeit zeugen. Wir hegen nur den Wunsch, dass derVerfasser die Masse durch Hervorhebung des Wichtigeren undScheidung von dem Geringfügigeren mehr belebt hätte. Nichtbloss wäre dadurch an Raum gewonnen, sondern, was wir nochhöher anschlagen, eine schnellere Übersicht würde den Gebrauchdes Buchs auch sehr erleichtert haben. Doch am besten ma-chen wir unseren Wunsch an einem Beispiel deutlich. Das fünfte 1644Capitel enthält § 4 die artige Fabel von dem Maulthier, das,vom Fuchs über Vater und Mutter befragt, keine gerade Ant-wort gibt, sondern nur sagt: mein Oheim ist das edle Ross.Statt die Untersuchung gleich auf den Punkt zu richten, wel-cher der wichtigste ist, nämlich wo wir die Fabel früher findenund wo nach Petrus zuerst wieder, führt uns der Herausgeberzu Abraham a St. Clara, dessen Bearbeitung, so artig sie sonstsein mag (was uns eigentlich hier gar nichts angeht), doch wiefast alle spätere wenig Aufschluss geben kann; dann wird derRenner und die altfranzösische Übersetzung im Chastoiementcitirt und nun erst behauptet, Aesop sei die erste Quelle; hierauffolgt eine Stelle aus Lafontaine und den Schluss macht HansSachs. Rec. hätte an die Spitze die Frage gestellt, ob Aesopwirklich als Quelle gelten könne? Er erzählt bloss, dass derMaulesel, als er fett geworden, sich an seine Mutter, das Pferderinnert habe, als er aber laufen sollen, an seinen Vater, denEsel. Die Fabel hat Verwandtschaft, könnte aber auch ganz