FAIRY LEGF.NDS OF IRELAND. 371
Scenen, einzelne Züge, sprichwörtliche Redensarten, dem Volkzugehörige Scherze und Gleichnisse, unübersetzbare Bullsschneller und mit einem besonderen Vergnügen wiedererkennen,doch auch Fremde pflegen dergleichen zu fühlen und zuschätzen. Was man an Geisteswerken oft vermisst, ein neuerund eigenthümlicher Beigeschmack findet sich bei diesem Gegen-stande von selbst ein. Dem Irländer ist eine gewisse Be-schränkung des Verstandes, aber innerhalb dieser Grenzen vielList und Gewandtheit angeboren: er ist nicht offenherzig, aberseine Verstellung ohne Bosheit.
Sämmtliche Märchen beziehen sich auf die Elfen undstellen oft anmuthig, lebendig und überraschend die Sagen dar,welche in Irland darüber bis zu dieser Stunde gehört werden.Wunderbare, halb geisthafte, halb menschliche Wesen vonentgegengesetzten Eigenschaften, beides schön und hässlich,mild und boshaft, zeigen sie sich den Menschen bald wohlthätig,bald verderblich. Sie locken sie in ihre Gesellschaft oder fliehenvor ihnen in Einöden zurück. Immer aber wird ihnen grosserEinfluss zugestanden, und sie wirken auf die wichtigsten Ereig-nisse des Lebens bedeutend ein. Dieser Aberglaube erweitertbald die Seele des Irländers und treibt ihn zu guten Handlungen,welche den Unterirdischen gefallen, bald beschränkt und um-klammert er ihn mit Angst vor ihrem Zorn, den er zu erregen 51sorgfältig vermeidet. Der ungenannteVerfasser [T. Crofton Croker]hat die Überlieferungen an Ort und Stelle mit sichtbarer Treueerfasst und auf die Darstellung nicht gewöhnliche Sorgfalt ver-wendet; es sind kleine wohlgearbeitete Bilder, auf welchen auchdie Beiwerke mit Fleiss ausgemalt sind. Der erste Abschnittenthält Sagen von dem guten Volk (Shefro), so nennt man dieElfen, die gesellig das Innere von Bergen, Felsenklüften, Riesen-gräbern bewohnen und ein grosses, weit ausgedehntes Reichbilden. Sie sind von einer Pracht und einem Glanz umgeben, mitdem alles, was man auf der Oberwelt sieht, keinen Vergleichaushalten kann. Begünstigte haben sie zuweilen dort oder beiihren nächtlichen Tänzen im Mondschein erblickt oder dieMusik gehört, die zu einem endlosen Taumel der Lust erschallt;anderen ist es gefährlich gewesen, mit ihnen in Berührung zu
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