VAN HET LETTERSCHKIFT DOOR MR. W. BILDERDIJK. 363
eine gewisse Ordnung in dem Alphabet, die an sich nichtunnatürlich scheint (die freilich abermals das Wunder der erstenErfindung steigern würde), wenigstens zu ahnen oder durch-schimmern zu sehen. Die Beobachtung, dass in der 1., 2., 3.und 6. Reihe jedes Mal ein Lingual- nach einem Gutturalbuch- cistaben kommt, wollen wir immer mit Dank annehmen, wennwir sie stets fürs erste auch noch nicht zu gebrauchen wüssten.Ebenso verdient Berücksichtigung, dass das griechische Y, <I>,X, { ¥ der aufgestellten Regel folgt.
Weiter ausführende Anmerkungen sind den beiden Ab-handlungen reichlich zugegeben (S. 135—194); den Schlussmacht ein Anhang über die signa diacritica. Man findet hierauch eine Untersuchung über die Charaktere in der Sternkundeund (S. 179—183) ein ausführliches Urtheil über das Alphabetraisonne von Moussaud, welches 1803 erschienen ist und nachHrn. Bilderdijks Meinung einiges Gute enthalten soll, wovonKec. aber nicht überzeugt ist. S. 142—145 wird jene im Textschon berührte, dem Verf. gewiss ganz allein zugehörige Be-hauptung sogar durch Beispiele auseinandergesetzt, wornach vonder Gestalt der Buchstaben selbst viele Benennungen und zwarin allen Sprachen sollen entlehnt sein, die dann zugleich denLaut des Buchstaben in der Wurzel haben müssen. Mandenkt immer falsch gelesen zu haben oder Hrn. Bilderdijk nichtzu verstehen, aber es ist nicht anders; von dem runden O hatz. B. den Namen erhalten: Ohr, Hof!, hortus, oculus; von demP die birnförmige Perle; von Q das holländische Kolf (Keule)und französische queue usw. Wer hätte sich so etwas, wieman sagt, auch nur im Traume vorgestellt, aber es gehörtPhantasie dazu oder vielmehr Phantasterei (dweepery aufHolländisch), um solche Ableitungen zu erfinden. Und welchein Glück, dass (wie wir daraus abnehmen) das fertige Alphabetschon gleich zur Hand war, so vielen Dingen ihren Namen zugeben, die sonst lange darauf hätten warten können oder (manerlaube den Ausdruck) namenlos herumgelaufen wären. Gleich-wohl mögen einige nach dem O benannte ein solches Schicksal 62gehabt haben, als dieser höchst wahrscheinlich spätere Vocalnoch nicht existirte und in dem U schlummerte.