VAN HET LETTERSCHRIFT DOOR MR. W. BILDERDIJK. 353
lieder dürfen sich kühn mit dem Besten vergleichen, was andereVölker aus ihrem Alterthum besitzen; aber Sinn und Gefühl 39dafür, wie sollte es unsere Zeit erlangt haben? Diese Liederkönnen nur historisch verstanden und gewürdigt werden. Sie(deichen einer Alpenpflanze, die in den Thälern nicht gedeiht,in welchen das jetzige Geschlecht seine Wohnungen aufgeschlagenhat. Ebenso wenig können an sich immerhin wohl ausgeführteWerke der Malerei und Bildhauerkunst, die dorther ihren Stoffgenommen, verständlich werden und Eingang' finden, aufwelche Lieblingsidee Hr. Finn Magnussen auch hier, in derVorrede zum vierten Bande, zurückkehrt.
Wird der dritte Theil der Kopenhagener Ausgabe, worannach der Versicherung des dabei thätigen Verfassers bereitsgearbeitet wird, vollendet sein*), so bleiben für die Edda keinegrossen Wünsche mehr übrig. [anonym.]
VAN HET LETTERSCHRIFT, 49
door Mr. Willem Bilderdijk. Rotterdam. Bei J. Immerzeel dem jung. 1820.
X und 208 S. in 8.
Göttingische gelehrte Anzeigen. Bdl, 6. Stück, den 8. Januar 1825. S. 49—64.
Jtlerr Bilderdijk, als Dichter und Gelehrter seinem Vater-lande ein Stern erster .Grösse, macht hier durch den Druckzwei Abhandlungen**) einem weiteren Kreise bekannt, die er inden Sitzungen des holländischen Instituts vorgelesen hatte. Siebötreffen einen schwierigen schon mehrmals, man kann abernicht sagen, mit Glück berührten Gegenstand. Der in seinenAnsichten und seinem Urtheil immer unabhängige Verf. ver-spricht dagegen die Frage so zu beantworten, dass für Gelehrteund Ungelehrte sie als völlig gelöst könne betrachtet werden.„Schlagen wir einen ganz anderen Weg ein," ruft er, „verlassenwir alle Vermuthungen und Voraussetzungen, von welchen unsereVorgänger ausgegangen sind!" Es ist wahr, eigen ist dem Verf.alles, was er vorbringt, und das Meiste ist zugleich originell.
*) [Vgl. unten S. 390 f.]**) [Änderung für ,. Vorlesungen ,; im Handexemplar.]
"«'. GRIMM, KL. 8CHR1FTBN. II. 23