DEN AELDRE EDDA, OVERSAT VED FINN MAGNUSSEN. 351
im Jahr 1818 bereits erschienen ist, haben diese Blätter schon(1820, S. 1443 — 1445) Erwähnung gethan. Gegenwärtigedänische ist in ähnlichem Sinne ausgearbeitet, das heisst, sietrachtet vor allen Dingen nach einem genauen, selbst feinenVerständnis des Originals. Nachdem in der Vorrede die ver-schiedenen Übersetzungen berührt sind, sagt der Verfasser:„jeg har straebt efter, at min bliver saa nöjagtig og oplysende rfom det nu er mueligt." Mit Recht hat er deshalb auchkeinen Werth auf regelmässige Beibehaltung der Alliterationgelegt, noch auch ist er von dem schlichten und doch sopoetisch gewaltigen und kraftvollen Ausdruck des Originalsabgewichen. Beruf zu einer solchen Arbeit wird ihm niemandabstreiten, da er durch seine Theilnahme an der grossen Kopen- 37hagener Ausgabe (denn von ihm rührt, die lateinische Über-setzung und Vorrede ausgenommen, der sämmtliche gelehrteApparat des zweiten Theils) Bekanntschaft und vertrauten Um-gang mit der Edda hinlänglich bewährt hat. Das Geringstealso, was wir hier erwarten dürfen, ist ein eben so genauesVerständnis des Textes, als dort; aber bei einem so eifrigenGelehrten versteht sich von selbst, dass er Berichtigungen undneuerworbene Aufklärungen einzutragen hatte.
Einen bedeutenden Vorzug vor der schwedischen Über-setzung (die freilich auch nur einen einzigen Band, nichtstärker als einer von diesen vieren, ausmacht) gewähren reich-liche Zugaben. Erstlich die einleitende Vorrede, welche einekurze, aber klare Auskunft über die beiden Edden gibt, worinunter anderen wahrscheinlich gemacht wird, dass Snorre diejüngere Edda nur nach Sämunds Sammlungen redigiert, nichteigentlich verfasst habe (so wie ihn P. E. Müller in Beziehungauf die Heimskringla darstellt); ferner zu jedem Lied eine be-sondere Einleitung und genaue Inhaltsanzeige (die man ungern,an der grossen Ausgabe vermisst); endlich am Schluss eindreifaches Register, dessen Nützlichkeit wir nicht weiter rühmenwollen, da sie in die Augen leuchtet. Das alles ist mit lobens-würdiger Sorgsamkeit und sichtbarer Neigung ausgeführt undverdient dankbar anerkannt zu werden. Nur hätten wir demVerfasser hier und da etwas mehr Enthaltsamkeit gewünscht^