346 FÄRÖISKE QUADER, OVERSATTE AF LYNGBYE.
gemuete sani diu kleinen vogellin so sie sehent des tages schin"(Man. S. II, 102 b ). Dagegen gewiss eigenthümlich färöischist Folgendes: „Ismal hatte Wangen roth wie eine Hummer-scheere und Augen wie eine Taube", d. h. blaue, erklärt Hr.Lyngbye, denn die wilden Tauben auf den Färöer sind blau,wenn nicht wirklich das sanftblickende Taubenauge gemeintist. Der Ausdruck: „ein Kind schön, wie ein Tropfen Blut imSchnee" (S. 128 Anmerkung) lässt das Dasein jener alten Sage1427 vermuthen, die im Parcifäl so bedeutend wirkt und noch indeutschen Märchen fortdauert.
Auch über die Herkunft dieser Lieder hat P. E. MüllerUntersuchungen angestellt. Schon Svabo bemerkte in der Ein-leitung zu seiner Sammlung und Hentze bestätigte eine aufden Färöer umgehende Sage, wornach diese Lieder aus einemBuche herrühren, welches durch ein gestrandetes isländischesSchiff nach Sandö gekommen und so gross gewesen sei, dassein Saumross es nicht habe auf einer Seite tragen können.Von einem solchen Buche findet sich aber keine Spur, wederauf den Inseln noch in Kopenhagen, wohin es soll gekommensein und wo es unmöglich der Aufmerksamkeit der Sammlerentgangen wäre. Mit Recht nimmt Hr. P. E. Müller an undführt es aus, dass . die Färöbewohner gerade diese Lieder vonSigurd weder von Dänemark aus durch die Kjämpeviser, dievon sehr" abweichendem Inhalte sind, noch von den Isländernhaben erhalten können, sondern sie aus dem Norden, wo vonden ältesten Zeiten her diese Sage der Hauptgegenstand derDichtung gewesen ist, mitgebracht haben. Sie zeigen auchüberall Selbständigkeit, und während sie die altnordische Dar-stellung in der Hauptsache beibehalten, haben sie sich aus sichselbst erweitert. Die deutsche Sage ist hier so gut, wie in denKjämpeviser und der hvenischen Chronik, mit der nordischenlebendig vereinigt, und es kann gar wohl sein, dass sich hiernoch Züge aus jener erhalten haben, die bei uns verloren sind.Überall hat hier die Schrift nichts gewirkt, sondern lediglichmündliche Überlieferung.
Noch eine einzelne Spur von hohem Alter hat der scharf-sichtige Herausgeber entdeckt. Einige Mal kommt hier eine