Druckschrift 
2 (1882)
Seite
343
Einzelbild herunterladen
 

FÄKÖISKE QUADER, OVERSATTE AF LYNGBYE. 343

zwölften Jahrhundert; der Sammler der Eddalieder gedenktihrer ausdrücklich. In diesen färöischen Gesängen zeigt sichzuvörderst ein offenbarer Zusammenhang mit der nordischenSage, daraus erklären sich allein die jetzt unverstandenenNamen Malmaring für Rinar mälmr, Väoluo für Vafurlogi undandere, die man in der Vorrede S. XVI Anm. zusammengestelltfindet. Nur ist überall ein Bestreben sichtbar, das Heidnischeund Mythische zu unterdrücken. Die Fabel selbst hat anfangs,in den Liedern von Reigin und Brynhild bis zu Sigurds Mord,im Ganzen ziemliche Übereinstimmung mit der Volsungasaga,aber auch manches ihr allein Zugehörige. Dies bezieht sich nichtbloss auf einzelne Züge, sehr merkwürdig trifft man hier eineEpisode, die sonst nicht bekannt ist, gleichwohl in den Kreisder Begebenheiten passt und welcher, wie P. E. Müller anmerkt,ein eddisches, jetzt verlorenes Lied gar wohl zu Grunde liegenkann. Es ist der Gesang von Ismal, aus 61 Strophen be-stehend, welcher die Hochzeit zwischen Ismal uud einerSchwester Sigurds, die den Namen Schwanhild Sonnenblumeführt, beschreibt; Sigurd sieht hier zum ersten Mal die Brynhildund betroffen von ihrem Anblick zerbricht er den goldenenBecher in seinen Händen. Ähnliche Züge, Erstaunen undSelbstvergessen anzudeuten, könnten aus anderen Sagen danebenaufgestellt werden. Um so eher aber darf man hier ein eddischesLied vermuthen, als das, welches in der Edda diese Stelleeinnehmen sollte, verloren ist, die Volsungasaga aber in derArt, wie Sigurd die Brynhild kennen lernt, einen Widerspruchenthält. Schwanhild ist zwar nicht als Sigurds Schwester in 1424der Edda bekannt, wohl aber als seine Tochter, und einenZusammenhang zwischen beiden scheint dem Rec. der NameSonnenblume anzudeuten, denn von der Schwanhild heisst eszweimal ausdrücklich in der Edda:sie war weisser als derklare Tag und den Sonnenstrahlen gleich" (Kopenh. Aus-gabe II, S. 236, Str. 52 und S. 532, Str. 14); auch in derVolsungasaga wird sie mit der Sonne verglichen. Der BrynhildMutter wird hier Gunild genannt (S. 118 und 360), welcherName sich in der Edda nicht findet.

Bei der Erzählung von Sigurds Tod folgen die färöischen