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2 (1882)
Seite
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FÄRÖISKE QUADER, OVERSATTE AF LYNGBYE. 339

sind. Hier so wenig, als ehemals in den Trinkstuben deralten Nordbewohner findet sich ein Ofen oder eine Zimmer-decke, sondern der Rauch steigt durch eine Öffnung des Dachshinaus. Auf diesen westlichen Endpunkten des Nordens mögenLebensweise und Sitten aus alter Zeit sich erhalten haben, wieauch die Sprache, über welche Rask in der dänischen Ausgabeseiner Grammatik einen besonderen Abschnitt geliefert hat, deraltnordischen sehr nahe steht. Das Stammland, fremden Ein-flüssen zugänglich und von den Begebenheiten der Jahrhundertebewegt, veränderte nach und nach Sitten und Sprache; woaber ein Volk ohne Geschichte und ohne Berührung mit der"Welt fortdauert, da sind oft ein Paar Menschenleben nöthig,um die geringste Veränderung einzuführen.

Das grösste Vergnügen auf den Färöer besteht im Tanz.Alt und Jung nimmt Theil daran, denn bei der stillsitzendenArbeit und dem feuchten Wetter ist er eine Notwendigkeit.Von Weihnachten bis Ostern ist eigentliche Tanzzeit, alleinauch sonst, an Feiertagen und auf Hochzeiten, wird getanzt.Bald ist der eine, bald der andere Vorsinger, aber alle, die 1419singen können, stimmen bei dem Refrain mit ein. Der Tanzbesteht darin, dass Männer und Frauen gemischt einander beiden Händen fassen und drei Schritte taktmässig voran und zurSeite thun, worauf sie entweder etwas balanciren oder einenAugenblick still stehen. Wer dabei nicht Acht gibt, verwirrtden ganzen Tanz. Der Gesang aber dient nicht bloss, wieTanzmusik, die Schritte zu ordnen, sondern auch durch seinenInhalt den Geist anzuregen. Man kann es den Tanzenden an-sehen, dass sie nicht gleichgültig dabei bleiben, sie bemühensich vielmehr in ihren Mienen den verschiedenen Inhalt desLiedes auszudrücken. Dies bringt in den Tanz, so einförmiger an sich ist, eine eigene Lebendigkeit; Jung und Alt bleibtden ganzen Abend, fast ohne Unterbrechung, in den Reihen.Bei den Hochzeiten werden bestimmte Lieder gesungen, wovondie beiden ersten so langsam sind und der Tanz selbst so an-ständig und ernsthaft ist, dass sogar die älteren Prediger ihnin ihrer Amtskleidung mitzutanzen pflegten. Die Beschreibungdavon, sowie eine anschauliche Darstellung der alten und

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