Druckschrift 
2 (1882)
Seite
335
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OM RUNESKRIFTENS OPRINDELSE AF BREDSDORFF. 335

rieht, dass zwei Steine mit angelsächsisch-deutschen Runenneuerdings in Norwegen entdeckt sind und nächstens von Klüwersollen bekannt gemacht werden.

Was in der anderen Schrift Hr. Bredsdorffüber Abstammungder Runen vorbringt, ist nicht von Bedeutung. Er macht denunglücklichen Versuch, sie aus der gothischen Schrift des Ul-filas abzuleiten. Dass über die Verwandtschaft beider Alpha-bete bereits ist verhandelt worden, mag ihm unbekannt ge-blieben sein, wie er überhaupt seines Gegenstandes noch nichthinlänglich mächtig erscheint. Selbst die nöthigste Grundlagezu einer solchen Arbeit hat er entbehrt, indem er sich an dieschlechte und völlig unbrauchbare Abbildung der gothischenUrkunden zu Neapel, welche in Hrn. Gräters Bragur vorkommt,hält; darin gleicht z. B. das A der umgekehrten Ziffer 4, wäh-rend in der genauen und schönen Nachbildung von Sierakowskyes eine ganz andere, der altgriechischen, wie wir sie etwa inder Sigeischen Inschrift sehen können, sehr ähnliche Gestaltzeigt, wodurch denn Hrn. Bredsdorffs Vergleichung des gothi-schen A mit der Amine sogleich zerfällt. Wie gezwungen undunnatürlich er das runische H L M N und die Osrune aus dengothischen Buchstaben entstehen lässt, mag man in der Schriftnachsehen. Angenommen einmal, die Abstammung habe Grund,so gäbe es zur Überzeugung keinen anderen (als den hier ver-schlossenen) Weg, Übergänge in Denkmälern selbst nachzu-weisen. Hr. Bredsdorff sucht sich noch auf eine andere Weisezu schützen; er sagt: wenn nun auch diese Buchstaben ausdem Gothischen nicht abzuleiten wären, so bewiese dies in Be- 103tziehung auf die übrigen (übereinstimmenden) nichts. Rec. denkt,es beweise genug, um die UnStatthaftigkeit der ganzen Hypo-these darzuthun; sonst dürfte man ja die Runen von jedemAlphabet, mit dem es Buchstaben gemein hat, abstammen lassen.Der Grund für den obigen Schluss ist auffallend: das griechischeAlphabet enthalte Zeichen, die nicht in dem phönicischen vor-kämen, und doch falle es niemand ein, die Herkunft von daherzu leugnen. Als wenn man dafür keine anderen Gründe hätte,als eine theilweise Übereinstimmung und Abweichung, keineausdrücklichen Zeugnisse. Dann hat der Verf. noch den Einfalle