334 BRYNJULFSEN, PERICULUM RUSOLOGICUM.
steht bei Biörn Haldorson (nicht ganz genau taema geschrieben),und die Anwendung des Ausdrucks beim Leeren des Bechersverbürgt das noch heute übliche dänische toemme glasset. Undso wäre zugleich eine bestätigende Übereinstimmung mit denvorhin angeführten Inschriften und am nächsten mit den aufdem Oldenburger Hörn gleichfalls vorkommenden Worten: drincal uit! gefunden.
§ 45 soll durch die Geschichte des Amleth bei Saxo Gram-maticus das hohe Alter vo"n dem Gebrauch der Runenschrift# bewiesen werden, indem Amleth im 5. oder 6. Jahrhundert ge-lebt habe. Wir glauben, ein solches Zeugnis beweise fürs erstenur Saxos Kenntnis der Runen und daher eigentlich nichts.Wer wie dieser Geschichtschreiber das Einzelne ausschmückt,wird kein Bedenken tragen, die Verfälschung eines runischenBriefs hinzuzudichten. Zum Uberfluss hat P. E. Müller soebenin seinen Untersuchungen über Saxos Quellen die ganze Er-zählung vom Amleth als eine spätere Dichtung dargestellt.
Bei Betrachtung der nordischen Runen theilt der Verf.einiges Neue und Merkwürdige aus isländischen, sonst noch nichtbenutzten Handschriften mit, wofür wir ihm Dank wissen. Da-hin gehört S. 134. 135 die Anmerkung über künstliche Runen,deren es dreissig und mehrere Arten gab. Das runische Alpha-bet wurde in drei Theile getheilt (daher thndeilur), nämlich indie Fe-Reihe oder Geschlecht, welche die Buchstaben F U THO R K, in die Hagal-Reihe, welche H N I A S, und in dieTyr-Reihe, welche T B L M R enthielt. Sollte nun ein Buch-stabe bestimmt werden, so ■ wurde immer nur F geschrieben,aber durch vor- und nachgesetzte Zahl bestimmt, aus welcherReihe er war und welchen Platz er darin einnahm. Si-gurdr hätte also folgendergestalt müsssen geschrieben werden:loso 2F 4 (S) 2F 1 (I) 1F 5 (K für G) 1F 1 (U) 1F* (R) 1F 2 (D) 3F* (uR).Das Merkwürdigste dabei ist, dass diese freilich äusserst un-beholfene Geheimschrift schon geradeso in einem St. GallerCodex des 10. Jahrhunderts vorkommt, woraus sie in demGrimmischen Buche über Runen S. 110. 111 mitgetheilt ist.
Eine andere schätzbare Anmerkung über die magischenCharaktere der Isländer steht S. 140. 141 und S. 125 die Nach-