Druckschrift 
2 (1882)
Seite
329
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BRYNJULFSEN, PE1UCULUM RUNOLOGICUM. 32&

<r]yphen herzugetragen und mit Runen verglichen werden, soverliert man alle Geduld.

Erst § 35 kommen wir auf Grund und Boden zu stehen,wo die Untersuchung bei den eigentlichen Runen anlangt. Dienordischen stellen nach des Verf. Meinung unter allen asiatischenund europäischen Alphabeten am reinsten, wiewohl auch nichtohne Veränderung, die alte gothisch-caucasische Erfindung dar.Wir begegnen gleich einer Hypothese über die ursprünglicheZahl derselben. Zugesetzt sollen sein: das dem lateinischenähnliche Zeichen für R und ursprünglich echt nur das andereR-Zeiehen, welches jetzt das R finale anzeigt und von den Is-ländern auch für Y gebraucht wird; sodann die Osrune als einzweimal gestrichenes runisches A, denn wie der spätere VocalE kein runisches Zeichen habe, so müsse dasselbe auch vondem späteren Vocal 0 gelten. Wir wollen dies als Vermuthungbestehen lassen, weiter ist aber damit nichts anzufangen, da inden ältesten Denkmälern, wie Hr. Brynjulfsen selbst bemerkt,beide Runen schon gebraucht werden. Sonst möchte er gernenoch den Satz durchführen (wovon auch § 25 und 26 die Redeist), dass in dem Runenalphabet kein überflüssiger Buchstabeund ausser den Vocalen und Liquiden für jede andere Reihenur ein einziges Zeichen vorkomme, dies ist aber insoweit nichtrichtig, als die Linguallaute zwei Zeichen haben: T und TH;denn dass in der nordischen Sprache allein die aspirata THsich finde, ist theils nicht wahr, theils bleibt es immer ein 1024Linguallaut. Eine andere Hypothese betrifft die hieroglyphischeGestalt der Runen, welche § 36 abgehandelt wird. Da dieRunen aus Bilderschrift sich sollen entwickelt haben und der ur-sprünglichen Erfindung noch ziemlich nahe stehen, so muss sichdas Bildliche darin wohl deutlich erkennen lassen. Man denkt,diese Folgerung aus seinem System setze den Verf. in Verlegen-heit, weil die Runen sich als die einfachsten Zeichen von derWelt darstellen, aber dies ist der Fall nicht, er geht frisch ansWerk. Einige Beispiele wollen wir anführen, wie er das, wasder Name der Rune aussagt, auch in der Gestalt wieder findet.Das runische F bedeutet ein Stück Vieh, mit den zwei Quer-