324 BRYNJULFSEN, PERICULUM RUNOLOGICUM.
1017 OM RUNESKRIFTENS OPRINDELSE.
Af Jakob Hornemann Bredsdorff. Kopenhagen. Bei Andreas Seidelin 1822.19 S. in 4. Mit einer Kupfertafel.
PERICULUM RUNOLOGICUM.
Dissertatio inauguralis quam pro summis in philosophia honoribus rite impe-
trandis publicae disquisitioni subjieit Gislius Brynjulfi fil. Isl. Pastor ecclesiae
Holmensis in lslandia orientali, respondente Thorleifo Gudmundi Repp Islando.
Kopenhagen. Hei Hartw. Friedr. Popp. 1823. 147 S. in 8.
Göttingisehe gelehrte Anzeigen. Bd II, 103. Stück, den 26. Juni 1824.S. 1017—1032.
jTJLuch für die Runen scheint sich im Norden ein frischerEifer zu regen. Wir zeigen hier zwei Schriften darüber an,die kurz hinter einander erschienen sind, eine dritte von Lilje-gren zuLund, für die wir ein günstiges Vorurtheil hegen müssen,da sie von der königl. Akademie zu Stockholm ist gekröntworden, haben wir uns noch nicht verschaffen können und wirbehalten uns vor, darüber demnächst zu berichten. Wie er-schwert muss der Bücherverkehr in Schweden überhaupt sein, da
1018 diese Preisschrift noch nicht einmal in das benachbarte Däne-mark gedrungen war, wie wir hier ausdrücklich angemerkt finden.
Man kann es dem Verfasser der letztgenannten Schrift,Hrn. Brynjulfsen, nicht vorwerfen, dass er von der Wichtigkeitder Runen zu gering denke oder mit einer allzukühlen Kritikseinen Gegenstand behandle. Während auf der einen Seite dieMeinung noch ihre Anhänger hat, welche in den Runen nichts An-- deres als verderbte lateinische Buchstaben erblickt (eine Meinung,der Rec. zwar nicht zugethan ist, die aber gewiss Rücksichtverdiente, wenn sie mit Scharfsinn und Gelehrsamkeit vertheidigtwürde und nicht wie von vielen nur aus Bequemlichkeit bei-behalten, um die Sache schnell abzuthun), äussert sich auf deranderen Seite, um hohes Alter und Originalität behaupten zukönnen, Hr. Brynjulfsen mit einer Kühnheit, die seit Rudbeckin der altnordischen Litteratur schwerlich ist gehört worden.Nicht genug, dass man zugibt, das runische Alphabet zeige mitdem phönicischen, altgriechischen, celtiberischen, gothischen und