Druckschrift 
2 (1882)
Seite
323
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WESTENDORP, HUNEBEDDEN. 323

muthung durch den Umstand, dass viele geöffnete Grabhügelebenso wenig ein Stückchen Metall geliefert haben, als die Hünen-betten, dagegen gleichfalls Steinwaffen, einen runden Eisteinund die Aschenkrüge, nur, wie es scheint, roher und grösser.Würde ein späteres, feindlich gesinntes Volk eine so gleicheSitte bei seinen Todten angewendet haben? Nach dem S. 23in den Anmerkungen mitgetheilten Bericht waren die Urnen indeutschen Hünenbetten zum Theilsehr elegant", den etrurischenVasen ähnlich; warum sollen die gröberen und unförmlicherenin den Grabhügeln jünger sein? Übrigens wollen wir ausdrück-lich anerkennen, wie viel Schwierigkeiten sich beiden Ansichtenentgegenstellen, der einen, welche die Hüuenbetten aller Gegen-den einem und demselben Volke zuschreibt, das sich durch dasganze westliche Europa von Süden bis in den tiefen Nordenmüsste ausgestreckt haben, oder der anderen, welche dieseüberall ganz ähnlichen Denkmäler verschiedenen Völkern zu-theilen möchte. Sollte es unter diesen Umständen nicht ge-rathener sein, vorerst sämmtliche alten Monumente und Grab-stätten sorgfältig zu untersuchen und nach ihren Eigentüm-lichkeiten und Verschiedenheiten genau zu beschreiben, ehe wirdaran gehen, Hypothesen über ihr Alter, ihre Bedeutung unddie Völker, die sie errichtet haben, auszuarbeiten und mit allen 711Kräften zu unterstützen? Der freie Blick und die Unbefangen-heit der Betrachtung wird dadurch nur gefesselt; nach dennöthigen Vorarbeiten würde die Zeit der Entscheidung auchkommen.

Der Anhang enthält einen Bericht von Hrn. P. Hofstedeüber eine bei Emmen in Drenthe im Jahr 1809 geöffnete Grab-kammer, in welcher man eine Anzahl zerscherbter Urnen unddrei kleine graue und rothe Gefässe ausgegraben hat. Da mandie Wandsteine inwendig behauen fand, so wird auf ein jüngeresDenkmal geschlossen. Die zweite Kupfertafel, die davon eineAbbildung liefert, fehlt in unserem Exemplar.

[anonym.]

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