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2 (1882)
Seite
318
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318 WESTENDORP, HUNEBEDDEN.

rönne die Seeküsten entlang bis nach dem Norden sollen siesich ausgestreckt, kurz in allen den Ländern Sitze gehabt haben,in welchen wir die Hünenbetten antreffen oder sie ehemals vor-handen waren. Diese Celten, wozu ausdrücklich die Cimberngezählt werden, hält Hr. Westendorp für die Urbewohnerjener Gegenden: in Deutschland hätten sie sich bis zum Harzherab verbreitet und wären dann später hier und im skandi-navischen Norden von den Germanen überwunden und unter-jocht worden. Sie sind ihmdie Wilden von Europa", welchevor Ankunft der Römer schon besiegt wären, und mögen, wennman alles erwägt, schon zu Moses Zeit in Deutschland herum-geschwärmt sein; machte doch bereits im 6. Jahrhundert vorChristus die Übervölkerung den Auszug des Belloves und Si-goves nöthig. Sie also, die celtischen Cimbern, haben in Deutsch-land die Hünenbetten errichtet, und die runden Grabhügelrühren von ihren Feinden her, von den Germanen, die späterihre Sitze einnahmen und Verehrer Odins waren.

Die Sorgfalt und Gelehrsamkeit, womit diese Hypotheseausgeführt ist, verdient schon Anerkennung, wäre auch nichtnebenbei manches Beifallswürdige bemerkt und Manches scharf-sinnig unterschieden. Günstig ist ihr allerdings das hohe Alter705 und die anfänglich weite Verbreitung des celtischen Stammes,und wie er in Gallien und auf den brittischen Inseln unter-drückt und westlich in einen kleinen Raum zurückgedrängtwurde, so hätte ein ähnliches Schicksal ihn in Germanien unddem Norden treffen oder dort sein Missgeschick anfangenkönnen, falls er diese Gegenden ursprünglich bewohnte. Fernerspricht dafür (freilich die Veranlassung) das Dasein der Hünen-betten, so eigenthümlicher und überall vollkommen ähnlicherDenkmäler, in den genannten Ländern. Endlich konnten nochangeführt werden (was Hr. Westendorp nicht thut) jene Rokke-steine, welche mit druidischer Lehre zusammenhangen undnicht bloss in Frankreich, sondern, gewiss' sehr merkwürdig,auch im Norden, am häufigsten auf der Insel Bornholm vor-kommen, aber freilich noch nirgends in Deutschland entdecktsind. Nachzusehen ist darüber Münters Abhandlung im zweiten.Bande der antiquarischen Annalen und Finn Magnussen nor-