WESTENDORP, HUNEBEDDEN. 319
dische Archäologie S. 74. 75. Die allgemeinen und ungewissenBemerkungen der Alten, die einmal Gelten und Gallier unter-scheiden, dann bloss den Ausdruck Celten anwenden, die Cim-bern bald Celten, bald Kimmerier, bald Gallier, bald Germanennennen, gestatten die verschiedenartigsten Auslegungen, undman kann es dem Verf. nicht verdenken, wenn er herausnimmt,,was seiner Meinung zuträglich ist. Allein in der Hauptsachesieht es doch, wie uns deucht, bedenklich aus; wir glaubennämlich, dass der eigentliche Beweis durch die Sprache müssegeführt werden. Mangelt dieser, so bleibt das Ganze nur eineVermuthung. Der Verf. behauptet zwar folgerichtig, in denvon den Germanen unterjochten, ursprünglich celtischen Gegendenhabe sich ein Mischvolk und eine gemischte Sprache gebildet;allein diese Behauptungen sind durch nichts begründet. Solcheentgegengesetzte Elemente müssten noch jetzt in der nieder-deutschen und in den nordischen Sprachen können nachgewiesen 706werden, eine Forderung, die an sich natürlich und um so billigerist, als das Celtische noch in Wallis sowohl als der Bretagnefortlebt, also eine Vergleichung sich gar wohl anstellen lässt.Wie es scheint, hat Hr. Westendorp. die Untersuchung überden Ursprung der altnordischen Sprache von Rask nicht ge-kannt, er würde sonst gerade, was er vernachlässigt, eine Er-örterung des Verhältnisses der celtischen und germanischenSprache daselbst gefunden haben. Eine Einmischung des Ger-manischen auf das Celtische ist schon früher bemerkt und an-erkannt, sie betrifft aber nur den Wortvorrath und hat keinenEinfluss auf den inneren organischen Bau der Sprache, derdoch eigentlich die Hauptsache ist; im Gegentheil darin sindbeide grundverschieden. Jene Berührung erklärt sich hinläng-lich aus der alten Vermischung der Germanen (Cimbern) undCelten in Belgien, ausserdem ist sie hier, d. h. für das Systemdes Verf., ohne Einfluss, wo der umgekehrte Fall zu beweisen,steht, dass die germanische Sprache Elemente aus der celtischenempfangen habe. Wird aber dieser Beweis nicht geführt, sooffenbart sich gleich eine sehr schwache Seite des ganzen Ge-bäudes. Es hätte können dafür gesagt werden, was Adelung(Alteste Geschichte der Deutschen S. 114) vorbringt, dass die