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2 (1882)
Seite
316
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316 WESTENDORP, HUNEBEDDEN.

vier Zeitaltern. Die jüngsten sind die gemauerten und ebengepflasterten Keller mit unverbrannten Leichen, wobei sicheinige Ähnlichkeit mit christlichen Gebräuchen zeigt. Alter alsdiese eine grosse Menge runder Grabhügel von Erde und Steinen,

702 die von der Zeit der Einführung des Christenthums bis in denfrüheren Zeitraum zurückgehen. Kennzeichen von noch höheremAlter tragen die Grabkammern von grossen Steinen an sich,die in runden Hügeln angelegt sind. Am allerältesten sind end-lich die Hünenbetten. 5. Einen Hauptgrund gibt die Armselig-keit der ausgegrabenen Geräthe ab, die gleichwohl das Kost-barste scheinen gewesen zu sein, das man besass. Hier kommtder Verf. wieder auf seine Lieblingsansicht:zekerlyk zyn deHunebedden van de Wilden in Europa" und lässt sie noch un-stät in ganzen Landstrecken herumschwärmen. Wir glaubennicht, dass es jemals in dem mit Asien stets in Verbindung ge-bliebenen Europa Wilde gegeben hat, wie sie in dem isolirten,geistig versunkenen Amerika sind gefunden worden. Der grösstenAufmerksamkeit werth ist gewisslich der Umstand, dass manunter den Hünenbetten noch nie ein Stückchen Kupfer ange-troffen hat, und der Schluss des Verf., dass das westliche Europadamals noch kein Metall kannte, ist, wo nicht ganz sicher, dochsehr wahrscheinlich. Weniger ist es die weitere Folgerung,dass die Errichter der Hünenbetten mit keinem anderen ge-bildeten Volke in Verbindung gestanden hätten; muss dochgleich der Steinwaffen wegen, die aus den Gegenden her-stammten, wo die besondere Streitaxt zu Hause war, eine Aus-nahme gemacht werden. Da bereits vor der christlichen Zeit-rechnung Bergwerke in Spanien und Gallien geöffnet waren,so musste eine des Metalls unkundige Periode viel früher ge-setzt werden, dagegen lässt sich nichts einwenden; der Verf.behauptet aber, sie sei noch früher, als die Zeit, wo Celten undIberier in der persischen Reiterei dienten, welches bereits im4. Jahrhundert vor Christus geschah. Es gibt einen Einwurfgegen die Schlüsse des Verf., nämlich dass man gar wohl andereWaffen, vielleicht selbst von Metall, gekannt, aber diese von

703 Stein in die Grabstätten gelegt habe, als blosse simulacra ar-morum, böse Geister abzuwehren. Wiewohl dem Rec. dieser