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2 (1882)
Seite
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WESTENDORP, HUNEBEDDEN. 315

Hier wäre eine nähere Vergleichung gewiss vortheilhaft gewesen.Auch der Norden leitet auf andere Folgerungen, seine Altäre-und Riesengräber sind auf gleich rohe Weise mit unbear-beiteten Felsenstücken erbaut, dennoch lassen die ältesten Ge-sänge einen Geist erkennen, der auch nicht die entfernteste-Verwandtschaft mit der abgestumpften und ins Thierische herab-gesunkenen Seele der amerikanischen Wilden zeigt. Freilichmuss die Bildung solcher Zeitalter mit ihrem eigenen Massstabegemessen werden, ganz nah bei edlen und erhabenen Gefühlenhat oft grosse Härte und Grausamkeit gestanden. Was die Ge-räthe von gebrannter Erde betrifft, so wünschen wir eine genaue-Untersuchung, ob sie nicht den Gebrauch der Töpferscheibeverrathen; Rec. ist es wahrscheinlich, denn aus freier Hand,roh geformt sind sie nicht, wie ausdrücklich angemerkt wird,und wie sollen runde, enghalsige Gefässein einer Form" ge-macht sein. Es ist nicht wohl möglich; die Anwendung derTöpferscheibe aber würde gleichfalls ein in festen Wohnsitzenlebendes, mit bestimmter Handarbeit sich beschäftigendes Volkvermuthen lassen.

Warum das Verbrennen der Leiche den Glauben an Seelen-wanderung ausschliessen solle, sehen wir nicht ein. Im Wider-spruch damit berichtet Cäsar (de B. G. VI, 14) von den Druiden, G99'sie hätten jene Lehre den Galliern vorgetragen (non interireanimas, sed ab aliis post mortem transire ad alios), und balddarauf (VI, 19) beschreibt er die Feierlichkeiten beim Ver-brennen der Leichen. Diese Folgerung würde also besser ganzunterdrückt.

Die Frage, wie brachte man die schweren Felsenblöcke,die über die anderen als Decke gelegt wurden, ohne künstlicheMaschinen in die Höhe? beantwortet der Verf., wie uns scheint;befriedigend. Man füllte den Grund mit Erde und arbeitetedann mit Hebebäumen ohne andere Werkzeuge durch die blosseKraft von Menschenarmen den Abhang hinauf. Freilich wareine erstaunlich grosse Anzahl von Menschen dazu nöthig; ebendarum scheinen solche Denkmäler auch nur Auszeichnungen fürden höheren Stand gewesen zu sein. Die Richtung der Hünen-betten von Osten nach Westen wird durch eine Verehrung der