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2 (1882)
Seite
311
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WESTENDORP, HUNEBEDDEN. 311 .

(S. 99 ff.) erörtert. Das Brennen.des irdenen Geschirres warzu der Zeit, wo die Hünenbetten errichtet wurden, schon be-kannt, eine Kunst, .von der viele Stämme in Amerika noch jetztnichts wissen, und diese Urnen scheinen, die Glasur ausge-nommen, nicht schlechter, als unser heutiges Küchengeschirr.Die Striche und Linien darauf sind sauber gezogen. Metallwar noch nicht bekannt, kein Stückchen Kupfer (so häufig in"den deutschen Grabhügeln), noch weniger Eisen ist je zumVorschein gekommen. Die Waffen sind von Stein und gebenAnlass zu der auffallenden Bemerkung, dass sie vollkommenden Steinwaffen der neuen Welt gleichen, also überall dieselbensind. Es ist kein Grund vorhanden, zu glauben, dass dieseSteingeräthe seien nicht wirklich gebraucht worden. Das Volk,dem sie angehören, schliesst Hr. Westendorp, verstand demnacheinen irdenen Topf zu brennen, einen .Stein zu einer Waffezurecht zu schleifen und allenfalls mit bewunderungswürdigerund anhaltender Arbeit zu durchbohren, eine Hütte zu bauenund schwere Felsenstücke mit Menschenkraft fortzuschaffen;dabei möge es Jagd und Fischfang getrieben haben, Landbau 696aber sei ihm fremd gewesen. Im Ganzen weist er ihm keinehöhere Stufe von Cultur an, als jene der Hottentotten undherumziehenden amerikanischen Stämme. Etwas mildert erdiesen Ausspruch und lässt das Volk wieder einige Grade hin-aufsteigen, indem er ihm eine grössere gesellschaftliche Ver-bindung und eine religiöse Vereinigung zuschreibt. Ohne Priesterund höher stehende Geschlechter lässt sich die Errichtungsolcher Grabstätten, Felsendenkmäler nicht wohl denken, daherdürfen wir uns keine eigentlichen Nomaden vorstellen. Tausch-handel muss" schon stattgefunden haben, eben der Steinwaffenwegen, die aus entfernten Gegenden kamen. Die Verbrennungder Todten (denn unverbrannte Knochen und Gerippe fandensich unter den Hünenbetten nicht) ist an sich ein religiöser,geheimsinniger Gebrauch, der ohne die Leitung von Priesternnicht ausgeübt werden konnte. Hr. Westendorp glaubt, manhabe wohl die Idee einer Reinigung damit verbunden, einerScheidung des Nichtigen und des Unvergänglichen, um dadurchzur Vereinigung mit einem höheren Wesen zu gelangen. Eben