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2 (1882)
Seite
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310 WESTENDOEP, HÜNEBEDDEN.

arbeitet, der in Drenthe nicht vorkommt, jedoch in Savoyenund den Schweizer Bergen gefunden wird. Einige Streitäxtesind breiter und ohne Öffnung. Die Keile von verschiedenerGrösse und Steinart sind manchmal glatt und geschliffen. Ein-mal ist ein Wetzstein ausgegraben worden. In deutschen Hünen-betten hat sich, wie aus dem Bericht in den AnmerkungenS. 23 erhellt, auch Bernstein von verschiedener Grösse undGestalt, in der Mitte gewöhnlich durchlöchert, gefunden. Ausser-dem zeigten sie noch eine Eigenthümlichkeit: ausserhalb desDenkmals, rundherum (wahrscheinlich doch immer noch inner-halb des ehemaligen Steinkreises), grub man noch eine grosseMenge zerbrochene Urnen aus der Erde. Wir vermissen vonallen diesen Dingen Abbildungen; sind sie auch in anderenWerken vorhanden, so würde es doch sehr bequem und nütz-lich sein, jeden dieser Gegenstände, wenn auch nur "in einemUmriss und in seiner häufigsten Gestalt, beim Gebrauch diesesWerkes ansehen zu können. Noch ist anzumerken, dass derStein an den Felsenblöoken selbst in Drenthe, wie fast überall,grober Granit ist und in der Nähe angetroffen wird.

Die Hünenbetten sind nach Hrn. Westendorps Meinungnichts Anderes als Grabstätten. Dies zeigt der unregel-mässige Bau der Steinblöcke, die zu Altären nicht können ge-dient haben, und die innen ausgegrabenen Aschenkrüge undSteingeräthe. Sie sind aber verwüstet; zu der Zeit, wo das695 Christenthum eingeführt werden sollte, wurden sie absichtlich,wo nicht völlig zerstört, welches zu viel Mühe erfordert hätte,doch beschädigt, um einer fortdauernden und abergläubischenVerehrung derselben entgegenzuwirken. Staubsand scheint daseinzige zu Tinarloo geschützt zu haben. Man schreibt demBonifacius diese Verwüstung in Holland zu, die, wenn sie auchdamals einen löblichen Zweck hatte, jetzt nur einen rohen undbarbarischen Sinn zeigen würde, weshalb auch die Regierungin den Niederlanden diese Alterthümer ausdrücklich in Schutzgenommen und jede Beschädigung derselben streng verboten hat.In welchem Zustand lebte das Volk, das diese Geräthe inseine Gräber legte, welche Folgerungen lassen sich aus der Be-trachtung derselben ziehen? Diese Fragen werden zunächst