Druckschrift 
2 (1882)
Seite
304
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304 SYMBOLAE AD GEOGRAPEIIAM VON WERLAÜFF.

genannt. Es wird wahrscheinlich gemacht, dass er der in denisländischen Annalen erwähnte Abt Nico laus, ein Sohn-munds, ist, der im Jahr 1154 von einer Reise zurückkam undbald darauf 1159 starb. In jedem Fall aber gehört diese Schriftin die Mitte des zwölften Jahrhunderts. Der dritte Theil istam wenigsten wichtig und enthält allerlei historische und geo-graphische Nachrichten, z. B. eine Beschreibung der Kirchenzu Rom, Aufzählung der Städte in Italien, Spanien, Frankreichund dergleichen.

Den zweiten Theil hat Hr. Prof. Werlauff vollständig nachder besten Handschrift abdrucken lassen, aus dem ersten nur,was Europa betrifft, und aus dem übrigen, was zur Ergänzung-des Ausgewählten dienen konnte. Für diejenigen, welche denisländischen Text nicht verstehen, ist eine lateinische Über-setzung danebengestellt; unter dem Text sind abweichendeLesearten oder Zusätze der anderen Handschriften angegeben,und alles ist mit der Sorgfalt behandelt, an die wir bei derHerausgabe altnordischer Denkmäler gewöhnt sind. Wir hättenalso hier eine Übersicht von dem, was die Isländer von derGeographie im Mittelalter wussten, und da diese an und für sich.516 noch dunkel genug ist, wir auch aus dieser Abhandlung nähereEinsicht von der Art, wie sie ihre Reisen einrichteten, und vonihrem Verkehr mit entfernten Völkern erlangen, so hat unsHr. Prof. Werlauff gewiss ein annehmbares Geschenk gemacht.

Nach Rom gab es damals aus dem Norden zwei Wege,einen westlichen und einen östlichen; ebenso werden von Stadebis nach Mainz zwei Strassen bezeichnet. Die eine gieng überVerden, Minden und. Paderborn. Bei Minden wird die An-merkung gemacht: skiptaz tüngur", hier verändern oderscheiden sich die Sprachen. Es könnte nur von der hoch-deutschen und niederdeutschen Sprache die Rede sein, aber dieAngabe befremdet, da sie völlig unbegründet ist. Merkenswerthist folgende Stelle:Thar imilli (zwischen Paderborn undMainz, deren Entfernung auf vier Tagereisen angegeben wird)er thorp er Horus heitir, annat heitir Kiliandr, ok thar erGnitaheidr (? Gnitaheidi), er Sigurdur Fafni." Das DorfHorus und Kiliandur ist völlig unbekannt, auch klingen die