SYMBOLAE AD GEOGRAPHIAM VON WERLAUFF. 303
Werken, wo sich Gelegenheit ergab, und um die Begebenheitenselbst besser zu erläutern, mehr oder minder ausführliche geo-graphische Beschreibungen, z. B. von Schweden, Norwegen undRussland, worüber der Verf. genauere Angaben liefert. Es lässtsich nachweisen, dass die Isländer verschiedene geographischeWerke des Mittelalters benutzten; sie hatten ausserdem be-sondere Gelegenheit, entfernte Völker und Länder kennen zulernen. Als Dichter besuchten sie die nordischen und eng-lischen Königshöfe, als Kaufleute Britannien und Frankreich, alsSeefahrer drangen sie nach den Polargegenden, als Kriegergiengen sie nach Russland und Griechenland, der Wissenschaftenwegen nach Erfurt, Cöln und Paris, als Geistliche nach Romund als Wallfahrer noch weiter bis in das heilige Land. Eswaren auch besondere Reisebeschreibungen von namhaften Ver-fassern vorhanden, worüber man hier nähere Nachricht findet.Leider sind sie verloren gegangen, doch haben sich einigeTractate mit einer Beschreibung der drei Welttheile erhalten,worin das Geographische, wie sich aus mehreren Gründenschliessen lässt, dei Ertrag wirklich unternommener Reisen seinmag. Proben daraus sind schon in den Scr. Rer. Dan. II, 25und in der Rymbegla S. 340 bekannt gemacht. Reichhaltigersowohl für die fabelhafte als wahre Geographie sind aber ver-schiedene in der Arnamagnäanischen Sammlung aufbewahrte,bis jetzt noch ungedruckte Pergamentcodices, welche der Verf.hier äusserlich und nach ihrem Inhalt genau beschreibt; einerdarunter, von reinlicher Hand, gehört in das 13. Jahrhundert.Das ganze Werk besteht aus drei Theilen: der erste enthält 515eine Geographie der damals bekannten Welt; der zweite, welcherden meisten Werth hat, eine Reisebeschreibung von Dänemarkaus durch Deutschland, die Schweiz, Italien nach Rom, vonda nach Unteritalien und Griechenland bis nach Palästina.Die Stationen der Reisenden werden aufgezählt, die Städte, wosich ein bischöflicher Sitz oder Reliquien eines Heiligen be-finden, Klöster und sonst irgend eine Merkwürdigkeit; dabeiist die Entfernung der Orte von einander angegeben. Als Ver-fasser, das heisst als derjenige, nach dessen mündlichem Be-richt dieses Itinerarium aufgeschrieben ist, wird Abt Nicolaus