300 AF SAXOS OG SNOKROS KILDER VED MÜLLER.
mag. Bei Dan Mikillati wird gezeigt, dass Saxo unter dreiaustheilt, was Snorre einem Einzigen zulegt; Suhm hat mehrvon ihm, aber das beruht auf späteren, unbegründeten Zusätzenund kann als völlig unhistorisch verworfen werden. Die Ge-schichte von Erik Ragners Sohn ist eine Reihe von Unwahr-scheinlichkeiten und ungereimten Dingen und sieht ganz aus,als sei sie zu blosser Unterhaltung gedichtet worden; hingegengehört die Sage von Hogne und Hethin abermals ganz erweislichzu den ältesten Denkmälern: die alten Skalden spielen daraufan, und Snorres Edda erzählt sie, nur einfacher und darumbesser. Bei der Geschichte von Stärkodder, einer der schönstenvoll Kraft und Leben, wird die Vermuthung geäussert, dassdeutsche (freilich ganz spurlos verschwundene) Gedichte könntenbenutzt worden sein; es ist nur die Frage, ob im 11. Jahr-hundert schon deutsche Gesänge in Dänemark bekannt waren?Späterhin gewiss, wie durch Zeugnisse kann bewiesen werden.In dem 7. Buche wird eine neue Quelle Saxos entdeckt, indemer sehr wahrscheinlich vier epische Volkslieder oder Balladen,dergleichen die Kjämpeviser enthalten, und gerade bei den an-ziehendsten Geschichten zu Grunde gelegt hat, unter diesenauch das über den ganzen Norden verbreitete Lied von Signeund Habor. Da diese Lieder aus alter Überlieferung stammten,gleichwohl keine Zeitbestimmungen enthielten, so glaubte Saxoklug zu thun oder nach seiner Weise kritisch zu verfahren,wenn er sie an das Ende der mythischen Zeit setzte. Im8. Buch wird das Alter des Gedichts von der Brawallaschlachtvertheidigt, auf welches sich Saxos Beschreibung derselbengründet. Ein schlagender Beweis liegt in dem Umstand, dassdie Namenliste noch den alten Reimbuchstaben gemäss geordnetist. Ausserdem stimmt Saxo mit einem von ihm unabhängigen409 isländischen Denkmal, Sögubrot genannt, und das Gedicht,welches er benutzte, rührte aus der heidnischen Zeit, wiewohles mit der Brawallaschlacht selbst nicht gleichzeitig ist, die indie erste Hälfte des 8. Jahrhunderts fällt; Saxo, durch falscheVoraussetzungen verleitet, schob sie in das 6. Jahrhundert zu-rück. Die Geschichte von Jarmerich und Bicke, glaubt derVerf., sei nicht aus isländischen Denkmälern, sondern aus Volks-