Druckschrift 
2 (1882)
Seite
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298 AF SAXOS OG SNOKEOS KILDEK VED MÜLLER.

sich in verschiedene, immer erkennbare Epochen der heidnischenHeldenzeit ordnen und zusammenstellen lassen. Diese Quellenhält er zum Theil für glaubwürdig und spricht ihnen damiteinen geschichtlichen Werth und einen wahrhaften Inhalt zu.

Eine solche Ansicht kann ihre rechte Bedeutung erst durchdie Ausführung gewinnen, und diese erhält sie in vorliegenderAbhandlung nach einem einfachen und natürlichen Plane.Schritt für Schritt untersucht der Verf. die einzelnen Erzäh-lungen in den neun ersten Büchern des Saxo, jede für sichnach ihrer inneren Beschaffenheit und nach den äusseren Zeug-nissen, und bringt die Arbeit ebenmässig zu Ende mit der ihmeigenthümlichen Klarheit und dem schon früher gewonnenen406 Geschick in der Handhabung dieser immer vorsichtig zu be-rührenden Gegenstände. Ein Auszug scheint uns etwas Un-fruchtbares, wir laden zum Lesen, vielmehr zum Studium derSchrift selbst ein, denn es versteht sich, dass über mancheneinzelnen Punkt weitere Untersuchungen zulässig, sogar noth-wendig sind und abweichende Resultate sich ergeben können.Vielleicht ist Eins und das Andere mythisch bedeutender undälter, als es hier dargestellt wird, dagegen auch manches My-thische in Beziehung auf Geschichte von geringerem Werth.Wir wollen einiges berühren, um Beispiele von dem Verfahrendes Verfassers und dem Vortheil zu geben, den solche Unter-suchungen der Wissenschaft gewähren. Gleich im ersten Buchewird nachgewiesen, dass ein Wechselgesang zwischen Haddingund seinem Weibe derselbe ist, wovon Snorres Edda den An-fang enthält und welchen sie den Göttern Niord und Skade zu-schreibt; hier hatte also Saxo ein sehr altes Lied aufgenommen.In der Sage von Frode zeigt sich gerade das Fabelhafte älterund mehr gegründet, als das historische Element, da das eddischeMühlenlied sich schon auf Frode und die goldene, saturnischeZeit, die unter ihm soll geblüht haben, bezieht. Dass diedeutschen Dichter des Mittelalters den milden König Fruotevon Dänemark, und gewiss nicht aus dem Saxo, gekannt haben,scheint dem Verf. entgangen zu sein. Die Stellen, die sichdarauf beziehen, sind gesammelt in der Zeitschrift Askania vonWilhelm Müller 1820 S. 156. 157. Bei Helge dem Hundings-tödter gibt das Zeugnis der beiden Eddalieder, deren ganzen