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284 SCHLESISCHE BEMÜHUNGEN.

1566 ANZEIGE DER SCHLESISCHEN BEMÜHUNGEN

für Sammlung und Kunde einheimischer Alterthümer.

Göttingisehe gelehrte Anzeigen. Bd III, 157. Stück, den 1. October 1821.

S. 156615G8.

JL/ie germanischen und slavischen Alterthümer Deutsch-lands und seiner einzelnen Provinzen sind im vorigen Jahr-hundert öfter im Einzelnen und Ganzen betrachtet worden, dochschien der Eifer allmählich erkaltet. Jetzt fängt man aufs Neuean, Nachforschungen anzustellen, und erkennt auch in denältesten Denkmalen unseres Vaterlandes eine gewisse eigenthüm-liche Cultur, die nicht auf der untersten Stufe des Bedürfnissessteht. Aus geöffneten Gräbern oder Sandlagern gehen Urnenund Gefässe hervor, die von einem nicht verwahrloseten Ge-

1567 schmack zeigen, und eine Menge kleiner Anticaglien reizen dieForschbegierde nicht minder als die Lust zu sammeln, obgleichfreilich die kritische Untersuchung auf keinem Felde wenigersicheren Grund findet als hier.

Unter den deutschen Ländern, in denen der Eifer für ihrAlterthum erwacht ist am meisten an den beiden Enden inOsten und Westen dürfen wir Schlesien mit Auszeichnungnennen. Von jeher bemerkte man unter den Einwohnern eineLust, Urnen, Münzen und andere Denkmale ihrer Provinz zusammeln: allein das in Privatsammlungen Zerstreute wirkte niekräftig zusammen und wurde auch leicht wieder versplittert,indem nur zu oft den Erben des Sammlers die stille Beschäfti-gung des Alten als lächerliche Thorheit erschien. Daher es einerfreuliches Ereignis war, als das Ministerium des öffentlichenUnterrichts auf Ansuchen des Hrn. Prof. und Archivar Büschingzu Breslau Erlaubnis und Unterstützung zu einer Alterthums-sammlung für Schlesien verwilligte. Überdies hat sich aufdie Aufforderung desselben Gelehrten ein Verein von schlesischenAlterthumsfreunden zusammengefunden, die durch einen jähr-lichen Beitrag den Abdruck der wichtigsten Urkunden undChroniken, so wie die Bekanntmachung der bedeutendsten Alter-