SCHLESISCHE BEMÜHUNGEN. 285
thümer ermöglichen, und deren Zahl sich auf erfreuliche Weisefortwährend vermehrt.
Auf Kosten dieser Gesellschaft sind nun schon im Druckerschienen:
1. Budorgis, oder etwas über das alte Schlesien vor Ein-führung der christl. Religion von Fr. Kruse, nebst zwey Ab-bildungen und einer Charte. Leipzig 1819, bei Hartknoch.S. 179. Budorgis ist nämlich der Ort, wo — wenn manPtolemäus Angaben in Reiserouten auflöst, sich zwei Strassendurchschneiden — also ein alter Hauptort Schlesiens, den manim briegschen Kreise beim Dorfe Laskowitz, wo noch gepflasterteStrassen und grosse Steinhaufen im Walde zu sehen sind, auf-gefunden zu haben glaubt. In dieser Schrift führt der Verf.den Gedanken durch, dass durch Combination der PtolemäischenAngaben mit der Lage der Orte, wo besonders viel Urnen auf-gegraben worden sind, sich bedeutendes für die alte Geographie 1568Schlesiens ergeben müsse: ein Gedanke, der allerdings vonfruchtbarer Anwendung sein muss, obgleich sich freilich gegenMethode und Einzelnes der Forschung manches Gegründeteeinwenden lässt.
2. Der noch ungedruckte Theil der Jahrbücher Pols, derdie Geschichte Breslaus im 16. Jahrhundert erzählt. Nächstenssoll auch die für Schlesiens ältere Geschichte höchst wichtigeChronik von Eschenloer, die auf der Elisabethbibliothek inBreslau liegt, an die Reihe kommen.
3. Die Alterthümer der heydnischen Zeit Schlesiens. Her-ausgegeben von Büsching. Bd 1. Breslau 1820. Heft 1.Dies enthält 3 grosse Steindrucktafeln von guter und gewissen-hafter Ausführung. Auf der ersten 12 verschiedenartige kleinereGefässe. Die Formen sind zum Theil (z. B. von No. 9) gefälligund ansprechend. Die Verzierungen bestehen in Strichen, welcheman eingrub, da die Masse noch weich war, und welche theilsdie beliebte Dreieckverzierung ä la grecque, theils Palmschnüre,
theils eine Art Zweige darstellen.
[anonym.]