Druckschrift 
2 (1882)
Seite
283
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OM SNORR03 KILDER OG TROVÄKDIGHED. 283

bis auf zwei Begebenheiten Fabeln. Sage von Harald Haar-draade. Manches in dieser Sage ist ungewiss, Snorre hat mitVorsicht aus dem Vorhandenen ausgewählt. Oluf Kyrre. DieDarstellungen in Fagurskinna, Morkinskinna und Hrockinskinnasind weitläuftiger und haben mehr Wunderbares. MagnusBarfuss, Sigurd der Jerusalemfahrer, Eistein und Oluf HaraldGille und seine Söhne Hakon Herdebred und Magnus Er-lingsen. Diese zuletzt genannten Sagen gehören schon in dasEnde des 11. Jahrhunderts, wo die isländischen Geschichtschreiberselbst lebten, so dass es nicht nöthig ist, ihren Quellen nach-zuforschen. Die Darstellungen in den Handschriften stimmenoft wörtlich mit Snorre überein.

Wie uns scheint, ergibt sich aus diesen UntersuchungenFolgendes. Snorre hat die vorhandenen Quellen der norwegischenGeschichte mit Sorgfalt gesammelt und mit umsichtiger Be- 15G6nutzung daraus das grössere Werk zusammengesetzt. Er hatsich erkundigt und umgesehen, wo etwas für seinen Zweck zufinden war, auch mündliche Überlieferung wohl benutzt, dochim Ganzen daher wenig genommen; meist stützt er sich aufschriftliche Denkmäler. Das Vorhandene hat er theils ausge-zogen, theils erweitert, er hat es aber auch wörtlich beibehaltenund bloss abgeschrieben. Ihm bleibt also nur das Verdiensteiner verständigen Redaction, man muss aber jener Zeit dieshöher anschlagen, wo es nämlich bei dem Reiz der lebendigenErzählung schwerer war, das rechte Mass zu treffen. Snorrehat seinen Gegenstand übersehen"! und beherrscht und demGanzen eine gewisse Eigenthümlichkeit, der Darstellung einegleiche Farbe und Haltung gegeben. In einer anderen, späterenZeit würde eine solche Zusammenstellung bunter aussehen; dieBildung aber pflegt in jenen frühen Perioden ebenmässiger undübereinstimmender zu sein, so dass ein gemeinschaftliches Werk,auch ohne Verabredung, wohl zu Stande kommen kann. Wärenicht jenes frische Gefühl da, das sich in diesen Erzählungenausspricht, so würde auch ein solches historisches Werk nichtmöglich sein; späterhin drücken es die Zweifel und Bedenk-lichkeiten der Kritik nieder oder es wird mit tadelnswürdigemLeichtsinn unternommen. . [anonym.]