HANS SACHS VON BÜSCHING. II. 277
nach der ersten Viertelstunde besiegt hätten. S. 139 reimt der 1877Dichter Tag auf Hag; zu irgend einer eingebildeten Erleichte-rung verfälscht Hr. B. den Reim und schreibt Haag; Seite 141aber ausser dem Reim belässt er Hag; heisst das nun unnöthigoder leichtsinnig mit seinem Text umgesprungen? Auf derselbenS. 139:
die lichte Sonn' thut blicken,
des Mondes Schein thut sich verdrücken
mit der Note zu verdrücken: verstecken. H. Sachs sagt aber:sie verdrücken, die Sonne (das reine Evangelium) verdrängtden Mondschein der papistischen Lehre; sich selbst zu ver-stecken hat diese keine Lust. Die Noten behandeln oft dasKlarste; zuweilen irren sie; nach S. 264 soll „entwicht" bedeuten:entwichen! es bedeutet: inane , nichtig, und hat mit ent-weichen durchaus nichts zu schaffen. Solche Fehler sind kaumAnfängern in der altdeutschen Sprache verzeihlich. S. 150 derReim „erklärten" (erklärt ihnen, hier wäre einmal der Apo-stroph erklärten am Platz) auf „Schriftgelehrten". Die Notegibt aber: erklärte, als sei erklärten dafür eigenthümliche FormH. Sachsens. S. 147 wird die Redensart „mit Lichten(warum nicht erleichternd: Lichtern?) verschiessen" zwarrichtig durch excommuniciren ausgelegt (vgl. Frisch v. ver-schiessen und Häsleins Auszug p. 228), aber verdiente hier nichtder unberathene Leser eine wörtliche Deutung? Kurz Rec.sieht nicht ab, wem mit einer Modernisirung gedient ist, dieunter drei Fällen im ersten wirklich hilft, im zweiten unnöthig,im dritten falsch. Obige Verstösse sind nicht herausgesucht,sondern zufällig aufgegriffen mit dem Gefühle, dass ihrer derganze Band allenthalben und weit ärgere darbietet.
[anonym.]