Druckschrift 
2 (1882)
Seite
273
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OPFERSTÄTTE UND GRABHÜGEL VON DOROW. 273

nannten heidnischen Berge vor Wiesbaden fand sich ein grosserPlattziegel mit der Inschrift: LEG XXII. PRPF, der wahr-scheinlich zu einem Grabziegel gedient hat, da dabei eine MengeAsche und Kohlen war. Ein anderer war mit einem Stempelverziert und enthielt dieselbe Inschrift LEGXII P. P. F. Näm-lich die zweiundzwanzigste Legion stand 250 Jahre zu Mainz, 379wohin sie 80 Jahre vor Christi Geburt gelegt war, sie hiessprimigenia, weil sie von Anfang ihrer Aufrichtung unvertheiltbestanden, ferner pia und fidelis, woraus obige Buchstaben zuerklären sind. In einem Grabhügel auf der sogenannten Wein-hohl lag der ganze Kessel, mit Scherben zusammengedrückterUrnen angefüllt, darunter ein sogenannter Donnerkeil. Ein Wegvon zwei Stunden durch den Wald von einem römischen Lagerin der Nähe des bekannten Pfahlgrabens bis nach dem Feld-berg heisst noch jetzt der Hermannsweg. Der Anhangliefert Nachricht von zwei römischen Bädern, wozu Grundrissund Durchschnittzeichnung gehört, und von dem benachbartenNerosberg.

Wir wünschen eine günstige Aufnahme und baldige Fort-setzung dieses gewiss nicht ohne mehrfache Aufopferung zuStand gebrachten Werkes. Sie wird uns wahrscheinlich auchAuskunft über die öffentlichen Nachrichten zufolge beimFestungsbau zwischen Ehrenbreitstein und dem Dorfe Rothen-bahn gefundenen Gräber geben. Schliesslich müssen wir esnoch ausdrücklich rühmend anerkennen, dass der Verf. seineBeschreibungen von jenen leicht aufzubringenden, oft nur aufeinem flüchtigen Gedanken ruhenden Hypothesen freigehalten;nur hier und da ist eine Bemerkung, die sich natürlich darge-boten hatte, beigefügt.

[anonym.]

W. GRIMM, KL. SCHRIFTEN. II. _ 18