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2 (1882)
Seite
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272 OPFERSTÄTTE UND GRABHÜGEL VON DOROW.

sogenannten Steinpfeile haben sich in diesen Gräbern nicht ge-funden. Nach der von Sk. Th. Thorlacius besonders ausge-führten Meinung sind diese drei auch im Norden häufigenStücke blosse simulacra armorum und Symbole von der drei-fachen Kraft des Blitzes oder Thors Hammer, welche demTodten zum Schutz gegen die bösen Geister mit ins Grab ge-legt wurden. Darnach ist zu berichtigen, wenn der Verf. S. 3bemerkt: die Streitaxt sei Symbol von Thor,um den Todtenals einen Helden zu bezeichnen." Merkwürdig sind die ver-schiedentlich gefundenen Dreiecksteine (vergl. S. 11. 19. 29),die als Symbole einer Trimurti angesprochen werden. Auchfinden sich die Gerippe in ein Dreieck gelegt, in dessen Mittedie vorhin angeführten sogenannten Opfergeräthe standen; zu378 den Füssen des einen lag ein asbestartiger Stein. Man müsstedie noch häufiger gefundenen oft länglichen Kiesel von Milch-quarz (S. 5. 10. 14. 16. 18. 24. 31. 32. 33. 34) damit in Ver-bindung bringen als ein Symbol der Einheit oder des Alls. In denbei Maden in Hessen [gefundenen], von Schminke beschriebenenGräbern, so wie in einem schlesischen, wovon Kruse Nachrichtgibt, hat man wenigstens völlig eiförmige Steine gefunden,die man sich auf keine Art zu erklären wusste. Bei einem anden Flächen abgeriebenen Quarzstück äussert der Verf. dieVermuthung, es könne zum Anzünden des Opferfeuers gebrauchtsein, und durch jene Quarzstücke überhaupt würde der Hügeleines Priesters bezeichnet. Von Inschriften hat sich keineSpur gezeigt, obgleich ein behauener Deckstein (S. 20) dazuGelegenheit gegeben hätte.

Nach der Beschreibung germanischer folgt S. 35 ff. Nach-richt von muthmasslich römischen Grabstätten in Wiesbaden.Man hat ganze Menschengerippe mit darauf liegendem Schmuckund Waffen, so wie mit Backsteinen gemauerte Gräber, in denenmehrere flaschenförmige Krüge mit Asche und Knochen, Lam-pen usw. standen, einige Fuss tief im Marschlande, als dieFundamente zum neuen Schloss gegraben wurden, gefunden.Der Verf. ist im Besitz aller Überreste eines solchen römischenGrabes und liefert genaue Beschreibung und Abbildung der-selben. Eine grosse Glasvase zeichnet sich aus. In dem söge-