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2 (1882)
Seite
271
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OPFERSTÄTTE UND GRABHÜGEL VON DOROW. 271

Zweifel römischer Arbeit; beide waren innen mit einem kork-ähnlichen Stoff überkleidet; der Verf. sieht darin eine Opfer-kanne und Opferschale. Wo steht aber Nachricht, dasssolche Geräthe beim Opfer sind gebraucht worden? Im Nordenhatte man einen Blutkessel (hlautbolli), in welchem das Blutdes Opfers aufgefangen und aus dessen Tröpfeln geweissagtwurde. Und ferner: warum sollten diese Geräthe, wenn sie zudem Opferdienst nöthig waren, in einen Grabhügel gelegt wordensein? Man gab sonst das Kostbarste dem Todten mit; wie esin nordischen Denkmälern ausdrücklich heisst, wurden deshalbSklaven, ßoss und Jagdthiere mit verbrannt, damit der Ver-storbene nicht ohne Begleitung in Valhaul eintrete und dasThor ihm hinter den Fersen zuschlage. Deshalb wurden jeneGefässe, wahrscheinlich durch Tausch oder Beute erworben^mit in den Grabhügel gestellt; so ist auch wohl das vorgefundeneprächtige Exemplar einer versteinerten Venusmuschel (S. 23)hineingekommen. Hierher gehörten auch römische Münzen,allein in allen hier beschriebenen deutschen Hügeln haben sichkeine gefunden, eben so sind sie in den Grabstätten von Nord-deutschland höchst selten vorgekommen. Da andere Bronze-arbeiten sichtbar römische Arbeit sind, so scheint der Umstandauf ein hohes Alter der Gräber zu deuten, wo die römischen 37TMünzen bei den Deutschen noch nicht in Werth waren. Die,welche man findet (in der Abhandlung von Hirt werden einPaar unbezweifelte Fälle angegeben), sind gewöhnlich Kaiser-münzen aus den ersten Jahrhunderten. 5. Symbole. Wirnennen hier zuerst die steinernen Streithämmer, Steinpfeile undsogenannten Opfermesser, die nicht selten ausgegraben werden.Eine Streitaxt von Serpentinstein mit noch glänzender Politurfand sich im Hebenkies und ist Taf. I abgebildet. Von der Axtbemerkt der Verf. selbst, dass sie nicht zum Gebrauch habedienen können, indem die Öffnung für einen hölzernen Stiel zuklein sei. Ein ähnlicher keilförmiger Stein, ganz undurchbohrt,.dem blassen Serpentinstein nicht unähnlich, ist S. 30. 31 be-schrieben und Taf. II abgebildet. Ein Stück von einem soge-nannten Opfermesser scheint Taf. 2, Fig. 6 abgebildet, man kannes nicht wohl, wie der Verf. thut, für eine Säge halten. Die