OPFERSTÄTTE UND GRABHÜGEL VON DOROW. 269
Last des Steinkegels, der hernach das Ganze überdeckte, zer-drückt worden. Die übrigen in ziemlicher Anzahl geöffneten,hier sämmtlich einzeln und ausführlich beschriebenen Hügelzeigen keine verschiedene Construction, nur ist, wie es scheint,nach dem Range des Verstorbenen mehr oder weniger Sorgfaltdabei angewendet worden. Im Norden wenigstens, wo wir über-haupt alte, gemeinschaftliche Sitte reiner und deutlicher ausge-drückt finden, hatte man darüber bestimmte Unterscheidungen 374und eigene Benennungen dafür: Haugr war für Edle, Kuml fürFreie, beide oft mit Denksteinen geziert, Dys für Sklaven undGefangene. Meist fand man hier verbrannte Knochen undAsche, doch auch unverbrannte Gerippe, beides oft sehr nahezusammen (S. VIII), so dass die Meinung immer mehr Krafterhält, wonach die verschiedene Sitte schon damals zu gleicherZeit in Ausübung kam. Wo sich Pferdeknochen finden, kannman wohl auf das Grab eines Vornehmeren oder Heerführersschliessen, von anderen Thieren hat man, so viel wir wissen,noch keine Überbleibsel gefunden, obgleich (nach der Edda)Hunde und Habichte auch mit verbrannt wurden; doch könnendiese als schwächere vom Feuer ganz verzehrt sein, oder wassich erhalten, ist nicht mehr zu unterscheiden. — Die Tafelnaus der Müllerischen Steindruckerei in Carlsruhe nach Zeich-nungen von Metzger und Hundeshagen liefern in schönen undsorgfältigen Abbildungen, die viel Lob verdienen, was sich sonstMerkwürdiges in den Hügeln gefunden. Man kann es in fol-gender Übersicht zusammenfassen. 1. Urnen von verschieden-artiger sowohl zierlicher als unbehilflicher, roher Form. Dievorzüglichsten sind die in dem Hebenkies-Hügel gefundenenTaf. I abgebildeten, obgleich die Masse und Arbeit selbst grobist. Sie sind mit eingezeichneten gefälligen Zieraten, wovoneinige Tannenzapfen vorzustellen scheinen, versehen. (Eine inNorddeutschland gefundene Urne zeigt die bekannte Verzierungaus Linien, die im Viereck verschlungen sind (ä la grecque), undist in Meyers Darstellungen aus Norddeutschland S. 302 abge-bildet.) Der Verf. wirft daher die Frage auf, ob die schöneForm noch Überbleibsel einer hohen Ausbildung asiatischerColonisten sei? Die Masse an den deutschen Graburnen ist375