Druckschrift 
2 (1882)
Seite
266
Einzelbild herunterladen
 

266 OPFERSTÄTTE UND GRABHÜGEL VON DOROW.

370 wachsen sind, ist doch eine der unschädlichsten. Zu einer Nach-grabung von Umfang und Betrachtung dieser Alterthümer imGanzen war es nicht gekommen, und auch hierin standen wirdem Norden nach, wo Sjöborg in seiner Nomenclatur der Alter-thümer schon eine fruchtbare Übersicht der gewonnenen Re-sultate liefern konnte. Jenen Mangel an Grundlage sieht manauch der Abhandlung von Hirt an: sur les monumens sepul-craux des anciens peuples du Nord (Mem. de Facad. de Berlin1798). Je mehr Lücken da sind, desto geneigter wird manzu ausfüllenden Vermuthungen; so ist darin die gewiss unhalt-bare Hypothese durchgeführt, dass slavische Völker solche Grab-hügel nicht gehabt, während sie eben dadurch eine besondereWichtigkeit und Bedeutung erhalten, dass sich in ihnen eineuralte, jenem grossen durch verwandte Sprache verbundenenVölkerstamm, zu welchem auch die Slaven gehören, gemein-schaftliche, bis in das tiefe Asien ausgebreitete Sitte zeigt. DenGriechen (Bias 24, 786 ff.) und alten Etruscern war sie nichtfremd, dagegen in Ägypten, wo das Mumienwesen herrschte,in ganz Africa und America zeigt sich, so viel Rec. weiss, keineSpur davon. Die ernstlichere Bearbeitung der einheimischenAlterthümer scheint auch hier nachhelfen zu wollen, und neuer-dings sind Nachgrabungen von Umfang angestellt worden: inSchlesien, worüber Friedrich Kruse in seinem Budorgis (Leipzig1819) genaue Auskunft gibt, in Thüringen, wo schon Dalbergfrüher den Anfang gemacht und worüber Goethe bereits einigesTheilnahme Erregendes in dem neuesten Heft seiner Zeitschriftüber Kunst und Alterthum angemerkt, verschiedentlich amRhein und dem Vernehmen nach auch in dem benachbartenHessen.

In vorliegendem Werk wird nun der Anfang gemacht, dem

371 Publikum den Gewinn mitzutheilen, den der umsichtige undmit sichtbarer Liebe zur Sache arbeitende Verfasser aus seinenNachgrabungen in den Rheingegenden gezogen. Dieses ersteHeft umfasst das Amt Wiesbaden, und eine beigefügte auchsonst schätzbare Karte dieser Gegend zeigt genau die Orte,wo unter seinen Augen und nach seiner Anleitung ist nachge-graben worden. Die Hügel sind dort und wahrscheinlich überall