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2 (1882)
Seite
261
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EDDA SAEMUNDAR II. 261

die Sage von Helge, bei uns die von Dieterich hinzugemischt.Man müsste also weiter schliessen: während im Norden der 126Rhein und der Atli für nichts anderes als die asiatischen Namen(Rha und Atel) der Wolga gelten, wären dieselben bei uns inDeutschland auf einen bestimmten einzelnen Fluss und auf denhistorischen Hunnenkönig Attila angewendet worden.

Es ist schon oben bemerkt, was aus inneren Gründen gegenjene Hypothese streitet und warum sie uns an sich unzulässigerscheint. Wäre bei einem so vorurtheilsfreien Gelehrten, alsP. E. Müller ist, so etwas erlaubt, so könnte man vermuthen,bei ihrer Erfindung habe der Wunsch Einfluss gehabt, dieOriginalität dieser Lieder recht sicher zu stellen, namentlichden Gedanken abzuwehren, sie hätten Einwirkungen deutscherDichtungen erfahren. Dennoch ist bei unbefangener Betrachtungder Zusammenhang mit Deutschland nicht zu verkennen (übrigensnicht zu verschweigen, dass in der Vorrede bei der Atlaquidaauf die Möglichkeit einer Übersetzung hingedeutet wird). Wirwollen nur einiges berühren. Vorerst ist ganz gewiss, dassunter dem Rhein in den Liedern (merkwürdiger Weise ist Rinein Femininum, vielleicht in Rücksicht auf die Meergöttin Ran?)nichts anderes als unser deutscher, goldführender Strom ver-standen wird, unter Atli aber Etzel unserer Lieder mit der-selben Beziehung auf den historischen Hunnenkönig Attila.Das Letztere kann gar nicht abgeleugnet werden und ist auchhier Vorrede S. VHI anerkannt, selbst in Rücksicht auf AtlisEhe und Tod stimmt die nordische Sage noch näher mit derGeschichte als die deutsche. Zwar ist ein Ausweg angegeben,nämlich die Vermuthung, dass durch die Gothen die Sagen vonAttila zu den Deutschen sowohl als zu den Nordländern ge-kommen seien, allein anzunehmen, dass beide Völker unabhängigdarauf verfallen seien, Athel, den Flussnamen, auf eine soanaloge Weise in ein und derselben Sage zu einer historischenGestalt umzuschaffen, das ist unter allen möglichen Fällen derunwahrscheinlichste. Aber auch manches andere in dieseneddischen Liedern weist auf Deutschland hin. Während einTheil der Fabel auf dem nordischen Boden Wurzel gefasst hat,werden Atli und die Giukungen, wie ein altes Zeugnis in