EDDA SAEMUNDAR II. 255'
mit dem invidies-gern, fraudulentus, in der altsächsischenEvangelienharmonie ist zu wichtig, um das Wort nicht zu er-halten; ivid ist altdeutsch: fraus, dolus malus, angelsächsischinwit. Str. 27 wünscht Wölund, dass ihm seine Sehnen nichtzerschnitten wären und er noch auf seinen Füssen stehe, dannheisst es unmittelbar: lachend hob er sich in die Höhe. Dabeisteht die unpassende Anmerkung: poeta Volundum mira quadamet supernaturali ratione voti compotem factum esse praedicat.Wir wissen aber aus der Wilkinasaga Cap. 20 bestimmt, dasser durch Hilfe eines kunstreich verfertigten Federkleides ent-fliegt; die Strophe, die dies erzählt, ist wiederum untergegangen.Str. 35 Nidud sagt, niemand sei so gross, dass er den Wölund 121vom Pferde ziehen könne, d. h. dieser schwebt in der Luft,sein Pferd ist die Luft. Str. 39 bei augur stund, hora molesta,wäre doch wohl die andere Lesart angurstund, Angststunde,vorzuziehen, wie angrliod vorkommt. Str. 39 steht Nidadrwie sonst auch, dagegen Str. 29 Nidudur, diese Form aber,welche auch die bessere scheint, ist nur in den Index der Eigen-namen aufgenommen.
Auf diese Weise fortzufahren, würde hier zu weit führen,wir heben daher aus den anderen Liedern nur einiges aus. S. 43Str. 28 mund heisst Hand und thrennar mundir meyiaheisst: dreierlei Jungfrauen. S. 51 Str. 40 hug skalltu deila,weder die Erklärung von G. Magnäus: animi affectum moderarepasst zu den Worten, noch die von Olafsen: animi affectumdividas (inter me et fratrem) in den Zusammenhang. Theilemeine Gedanken heisst hier: höre mich an, habe Acht auf meineWorte, was in der folgenden Strophe heisst: ef thu vill minomali hlyda. S. 90 Str. 4 hvar her megir heyia eigudi, es istohne Zweifel wegen der in der folgenden Strophe entsprechendenAntwort zu lesen: heimaeigudi. — S. 108 at lithi lofdüngs,super populum regis; es scheint aber dem Zusammenhang an-gemessener zu verstehen: at hlithi, an dem Grabhügel, woder Verstorbene leuchtend erscheint. — S. 172 Anm. 13 sollapi, Affe, als ein neueres Wort in den Text nicht passen, dennochkommt es ganz auf diese Art und mit demselben Beiworte osvidrin Hävamäl und Grimnismal vor. — S. 234 soltnar thyar hat