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2 (1882)
Seite
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248 BAELAAM VON KÖPKE UND WIGALOIS VON BENECKE.

stimmt waren. Darum heisst es häufig in Beziehung auf daslaute Vorlesen: munt nie gelas Z. 11569 und Parc. 9394 [315,14], S. Georg 4993, Orlenz 1620. Ein stilles Für-sich-Lesenkommt indessen auch vor, z. B. in Conrads Erzählung vonWirnt Z. 5562. Den sorgfältigen Nach Weisungen derFabel vom Salamander und Samanirit zu Z. 7435 wüssten wirgegenwärtig nur eine Stelle im Laurin (Symb. 68. 69) beizu-fügen. Z. 7462. Die Wortfügung, welche den Nominativvorausschickt und dann das Pronomen im nöthigen Casus folgenlässt, kommt überall in der altdeutschen Sprache vor und schonin Quellen des 8. und 9. Jahrhunderts. Auch die zu Z. 8660bemerkte Unterbrechung der Rede durch Fragen lässt sich durcheine Menge von Beispielen erläutern. Aber so vergessen istdie alte Syntax unserer Sprache, dass dergleichen Dinge denGrammatikern unerhört und neu dünken werden! Z. 8920wird gelac (endigte) von dem blossen lac (lag) richtig unter-schieden. Der Nachdruck beruht auf der Vorsilbe ge- (xara-),lind gelag kommt unserem heutigenlag dahin, danieder" bei.Man muss daher sagen:daz her lac uf dem velde", aber:ergelactot oder sigelos" Z. 9089sper von angeran,angran« heisst im Parcifal 10000. 11479. 21027 [335, 20. 384,29. 703, 24] angram (im Reim auf: nam). Es ist der Nameeines Ortes, wo besonders starke Speere verfertigt werdenmussten, wie man aus sper von troys (Troyes in Campagne)Parc. 8586 [288, 16] entnehmen kann. Vermuthlich wird Agramin Croatien gemeint. Z. 9525die sines ortes waren geil"2092 kann sines schwerlich auf die Fürsten bezogen werden, weiles sonst nach der Grammatik heissen müsste: ir ortes, undi es lieh er schwerlich als ausgelassen hinzugedacht werden darf.Hr. Benecke versteht unter Ort das Land, womit einer belehntwird. Sollte es nicht vielmehr die Spitze des Speers,Scepters oder der Fahne bedeuten, welche symbolisch von demLehnsherrn gegen den Vasall bei der Übergabe des Lehns ge-senkt wurde? Sines ortes gienge alsdann auf den belehnendenKönig, die belehnten Fürsten waren seines Scepters oder seinerBelehnung froh, standen gern unter einem so mächtigen Ober-herrn. Die ganze Stelle hat Wirent von Grafenberg aus dem