BARLAAM VON KÖPKE UND WIGALOIS VON BENECKE. 249
Parcifal 1527 [51,28] entlehnt, wo auch 1528 [51, 29] folgt: dochbeleip der bezzer teil gamurete, wie hier 9524 iedochbeleip im der beste teil. — Z. 10494 steht: ouch lagenim geliche zwey richiu kunechriche, welches erklärtwird: zwei mächtige Reiche grenzten an sein Land. DiesesGrenzen ist zu bezweifeln. Geliche (Adv.) ligen oder auchstehen heisst wohl nichts als: aequipollere, aequiparari(Nibel.449[113, 1]. Parcif. 13423 [449, 28]), in unserem Zusammenhang:sie kamen ihm gleich an Macht, und er wusste sich ihrer dochzu erwehren. Die Redensart: gelich (Adj.).sin (auch mitdem Dativ) findet sich bei den alten Dichtern weit häufigerund muss auf mancherlei Weise verstanden werden.
Der Herausgeber des Barlaam hätte dunkele oder merk-würdige Stellen seines Textes mit ähnlichen" Erläuterungen aus-statten sollen, z. B. Spalte 79 die jüdische Fabel von dem un-geheueren Fisch Leviathan, dessen Wange Christi Tod mit derAngel durchbohrte, eine merkwürdige Anspielung auf die mid-gardische Schlange, welche in Thors Angel biss und dann wiederins Meer versank (s. Hymisquida). Die Stelle von den fünfKasteiungen Sp. 377—380 kann mit Notkers Auslegung derPsalmen 9, 1 verglichen werden, die lateinische Erzählung vonBarlaam und Josaphat, wie sie in der legenda aurea steht, ent-hält nichts davon. Dergleichen wäre vieles anzubringen.
Die Namen der Orter und Personen (die man im Wigaloislieber in einem besonderen Verzeichnis, nicht unter den anderenWörtern läse) hat Hr. Köpke gar nicht mit ins Glossar ge-bracht; es sind ihrer freilich nur wenige. Aber eine das Nach-schlagen erleichternde Inhaltsanzeige ist dem Barlaam vorgesetzt,die wir beim Wigalois vermissen. [anonym.]