234 FRAU HOLLE.
Bei einem Romanschreiber des 18. Jahrhunderts (die zehn-mal übelgerathene und einmal wohlgetroffene Heirath einesMannes, Leipzig 1735, und die siebenmal übelgerathene undeinmal sehr wohl ausgeschlagene Ehe eine Weibes, ebendas.)findet Rec. dieselbe Sünde in gleichem Unmass, nur dass diedamals modigen Beiwörter etwas dünner und prosaischer sind,es heisst nie anders als: meine unvergleichliche Caroline, ihrewenige Gestalt, meiner liebsten Gemahlin erstaunenswürdigeAnmuth, in sehr tiefen Gedanken sitzen, kurz, es steht keinHauptwort ohne solche Zuthat.
Die Fortsetzung dieses historischen Romans von HansSachs wird im Messkatalog bereits verkündigt; Hr. Brockhaushätte die bekannte Schrift von Ranisch (Altenburg 1765) um-arbeiten und aus den Gedichten ergänzen lassen sollen, so wäreein Buch von bleibenderem Werth entstanden.
[anonym.]
1830 FRAU HOLLE.
Ein hessisches Volksmährchen vom Meisnerberge. Kassel, bey Bohne. 1819.
72 S. 8.
Leipziger Litteratur- Zeitung für das Jahr 1819. Zweites Halbjahr. No. 229,
am 15. September 1819. S. 1830.
Wir zeigen diese übrigens leicht und gewandt geschriebenenErzählungen an, um dem (am Schlüsse des Vorberichts Dr.K. Chr. Schmieder unterzeichneten) Verf. geradezu zu wider-sprechen, wenn er versichert, sie „theils auf dem Berge, theilsin den Orten umher" gesammelt zu haben. Rec. ist auf dembekannten merkwürdigen Meisnergebirge selbst gewesen und hatsich sorgfältig so wie in den umliegenden Dörfern nach vor-handenen Volkssagen erkundigt, aber keine erfragen noch durchandere darum bemüht gewesene Reisende erfahren können, dasWenige abgerechnet, was man (aber fast in ganz Hessen undThüringen) von Frau Holle zu erzählen weiss und das in vielenBüchern gedruckt steht. Die hier gelieferten Erdichtungenhaben auch gar nicht das Ansehen, als ob ihnen lebendige