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2 (1882)
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224 MÄRCHENSAAL VON VALENTIN SCHMIDT.

scheinlich, weil dieser in der Vorrede seiner Abänderungenwürde gedacht haben. Und da Dunlop in seiner history offiction (wie Hr. Schmidt selbst, ohne dadurch aufmerksam ge-

685 worden zu sein, bemerkt) neun Erzählungen mehr angibt, alsin der genannten Ausgabe stehen, diese ferner in einzelnenschlüpfrigen Stellen gegen die französische abgekürzt erscheint,so leidet es fast keinen Zweifel, dass es eine absichtlich castrirteist. Wir bitten Hrn. Schmidt, diesen Punkt näher zu erörternund bei der Fortsetzung des Werks, welche wir wünschen,einen Nachtrag für den Straparola zu liefern. Zur Erweiterungder etwas dürftigen Litterarnotizen in der Vorrede empfehlenwir ihm eine Übersetzung im Auszug, welche zu Wien (dieNächte des Strapparola von Caravaggio, zwei Theile 1791) er-schienen ist und ihm gleichfalls muss unbekannt geblieben zusein. Sie hat zwar an sich wenig Werth und ist schwerfälliggenug, aber sie theilt aus dem handschriftlichen Nachlasse desGiambattista Rodella aus Brescia einen ausführlichen Artikelüber Straparola und dessen Schriften mit. Die Übersetzungdes Hrn. Schmidt lieset sich gut, eine genaue Prüfung derselbenkönnen wir hier nicht anstellen.

Die reichlichen Anmerkungen, bei welchen dem Verf.dieSachbemerkungen der Philologen zu den griechischen undrömischen Schriftstellern vorschwebten", zeigen von Fleiss undLiebe zur Sache und sind schätzbar. Wir wollen dabei nurvor dem Abweg der zu grossen Ausführlichkeit warnen, nachwelchem sich der Verf. ein paarmal hinwendet. Nicht zwar inwichtigen Dingen ist Ausführlichkeit zu tadeln, sondern in dem,was allgemeiner, nicht dem engeren Kreis der Märchen anheim-fällt; da ist eine Hindeutung genug, sonst entsteht eine unver-hältnismässige Breite, wie z. B. in der Erörterung der Zauber-pferde. Auch ist an dem, was spätere Dichter willkürlich er-weiternd dichteten, z. B. Ariost, wenig gelegen, und es wirddann nur mit Nutzen angeführt werden, wenn das ursprüng-liche Element sichtbar durchschimmert. In der Anmerkung zum

68G dritten Märchen hat der Verf. Gelegenheit gehabt, seine An-sicht über die Ausbreitung der Märchen überhaupt mitzutheilen.Er nimmt an, dass diese nurbei den genialen Erzeugnissen