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2 (1882)
Seite
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220 OSSIANS GEDICHTE VON J. G. RHODE.

künde nennt. In der Sage von Siegfried sieht er die alteMythe von dem Tode und der Wiedergeburt eines Sonnen-gottes, Reo. aber kann gerade in diesen Hauptmomenten keineÜbereinstimmung finden. Er hält nicht nur diese Anwendungfür unstatthaft, sondern überhaupt die Methode des Verfassersfür unzuträglich. Eine eigene Ansicht von Siegfried und seinerSage gehört nicht in die Grenzen einer Recension.

Dem Verfasser, dem es um Wahrheit zu thun ist, wirddie Freiheit unseres Urtheils willkommen sein und er überzeugt,dass wir das Gute seiner Schrift zu achten wissen. Mit Ver-gnügen theilen wir noch aus der Vorrede die Nachricht mit,dass wir eine Ausgabe von des Pfaffen Kunrads Rolandsliedaus der Pfälzer Handschrift No. 112 sammt den Handzeich-nungen von ihm zu erwarten haben.

[anonym.]

esa OSSIANS GEDICHTE.

Rhythmisch übersetzt von J. G. Rhode. Zweyte verbesserte Ausgabe.Drei Theile mit Vignetten und Kupfern. Berlin. Bey Duncker und Humblot.1817. 1818. Erster Theil 280. Zweyter Theil 272. Dritter Theil 277 S. in 8.

Göttingische gelehrte Anzeigen. Bd I. 63. Stück, den 18. April 1818. S. 632.

Vorliegende Übersetzung hält sich, wie alle übrigen seit-her erschienenen (die Ahlwardtische ausgenommen, die es mitdem Urtext zu thun hat und deshalb andere Rücksichten ver-dient), an die englische Bearbeitung von Macpherson. Sie istlesbar und ansprechend und hat diesem Umstände auch wohleine zweite Auflage (die erste erschien 1800) zu verdanken.Die Stollbergische scheint uns, soweit wir sie verglichen, wür-diger und edler, doch auch, weil man den Übersetzer aus demGriechischen darin merkt, für die Lesewelt fremder. Die Vor-rede enthält eine Einleitung aus dem Report of the Committeeof the Highland Society; etwas Neues über Ossian muss manhier also nicht erwarten, und wir haben nur Gelegenheit zu dererfreulichen Bemerkung, dass trotz der vielfachen absprechenden