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2 (1882)
Seite
210
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210 EINLEITUNG IN DAS NIBELUNGENLIED VON MONE.

bein der Ersäuften gebauten wunderbaren Harfe, deren Strängeaus dem goldgelben Haar und deren Schrauben aus den Fingernder Unglücklichen bestanden, eigentlich noch ergreifender, wieim schottischen Lied, in zwei abweichenden Recensionen, einerwestgothländischen und einer faröischen, lesen kann. Die Harfewird in den Hochzeitssaal getragen, auf den ersten Schlag sitztdie Braut (die neidische Schwester) im Brautstuhl und lacht,auf den zweiten Schlag werden ihr die Kleider abgenommen(d. h. sie soll zu Bett), auf den dritten Schlag liegt sie todtim Brautbett. An solchen Beispielen kann man sehen, wie dieSagen und Lieder bei allen verwandten Stämmen des germa-nischen Volks umhergehen, aber nicht auf dem vermittelndenWege von Übersetzung und Erborgung, sondern auf dem vielwunderbareren, wonach Gott jedem Land sein Theil als etwasUrsprüngliches und lebendig in seine Besonderheit Verwachsenes

beschieden hat.

[anonym.]

1857 EINLEITUNG IN DAS NIBELUNGENLIED;

zum Schul- und Selbstgebrauoh bearbeitet von D. F. J. Mone. Heidelberg, inAug. Oswalds Univers. Buchhandlung, 1818. 89 S. in 8.

Leipziger Litteratur - Zeitung für das Jahr 1818. Zweites Halbjahr.No. 233, am 17. September 1818. S. 1857 1864.

_Urei Abschnitte dieser Schrift (§1 53) nehmen eine mitKenntnis und sichtbarer Neigung zur Sache abgefasste Zu-sammenstellung der bis dahin gelieferten Arbeiten und ver-schiedenen Ansichten über das Nibelungenlied ein. Bei dergegenwärtigen Lage der Dinge wird sie vielen nützlich undsolchen, die davon schon unterrichtet sind angenehm undbrauchbar sein, zumal da es nicht an eingemischten eigenenkritischen Bemerkungen fehlt. Hat das Studium erst tieferWurzel geschlagen, so kann man eine solche Ausführlichkeitwohl aufgeben; vielleicht wäre schon jetzt einer und der andereohne Nachtheil übergangen, dem es mehr um eine gelegentlicheÄusserung, als eine gründliche Erforschung zu thun war. Zu