208 SCHOTTISCHE LIEDER UND BALLADEN VON WALTER SCOTT.
1502 SCHOTTISCHE LIEDER UND BALLADEN VON
WALTER SCOTT.
Uebersetzt von Henriette Schubart. Leipzig und Altenburg bey Brockhaus.1817. LH und 259 S. 8.
Leipziger Litteratur-Zeitung für das Jahr ISIS. Zweites Halbjahr,No. 188, am 27. Juli 1818. S. 1502—1504.
ir müssen uns bei der Anzeige dieses Buchs kurz fassen,
da wir es weder viel loben können noch besonders tadelnmögen. Nach dem Titel sollte man meinen, als sei WalterScott, der beliebte Dichter des heutigen Englands, Verfasser dieserLieder; so gern wir sein Talent achten, würde ihm doch damitzu viel Ehre geschehen. Er ist blosser Sammler und Heraus-geber, hat sich aber im Stil der Volkspoesie genug geübt undwo nicht ganze Arien, mitunter doch einzelne Töne und Wen-dungen in die Unschuld dieser herrlichen Gesänge eingelegt.Des Echten bleibt freilich genug, und es lässt sich Gottlob auchnicht machen. Noch viel weniger lässt es sich übersetzen.Rec. hat es gleichwohl über sich genommen und einige dieserVerdeutschungen mit den Originalen verglichen, da findet sich1503 denn nun alles, was sich aus der verwandten schottischenSprache gleichsam von selber auch im Deutschen ausdrücktund reimt, ganz gut übergetragen, z. B.
the youngest stude upon a stane,the eldest came and pushed her inS. 24. Die jüngste stand auf einem Stein,
Die älteste kam und stiess sie hinein;
allein wo man sich nicht so helfen kann, da gerathen sogleichvornehme und steife Wörter unter diese rührenden, einfachenVolksweisen, als wenn eine geputzte Dame sich unter natür-liche Landmädchen mengen wollte. Z. B. im Lied heisst es:
but how can I gang maiden like,when maiden I am nane,have I not born seven sons to thee,and am with child again ?
und in der Übersetzung S. 116: