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2 (1882)
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WUNDERGESCHICHTEN UND LEGENDEN DER DEUTSCHEN. 195

der Jahrhunderte gehalten und getragen und wessen Geist inihm lebt. Überall aber begegnet uns dasselbe: ein mächtigesGanzes, niemals vollständig ausgesprochen, neben dem Herr-lichsten einzelnes Lückenhaftes, Unverständliches, Widerspre-chendes, es scheint sich nur hier mehr, dort weniger heraus-gearbeitet zu haben, um einem Vollkommenen, aber Unsicht-baren, niemals Wirklichen immer näher entgegenzudringen.Fehler hangen mit der Vortrefflichkeit zusammen, es ist jedes-mal ein Widerschein darin von den Eigentümlichkeiten derZeit, und die verschiedenen Gestaltungen können nicht gegeneinander abgewogen oder zusammengeschmolzen werden, damitman ein einziges Vollkommenes erhalte. Dasselbe zeigt sichschon in unserem Hildebrandslied, in den eddischen Gesängen,wie in den noch heute lebenden Volkssagen und Hausmärchen.*)

[anonym.]

WUNDERGESCHICHTEN UND LEGENDEN DER 1206DEUTSCHEN.

Erstes Bändchen. Quedlinburg 1816. 175 S. Zweites Bändchen, das.

176 S. 8.

Leipziger Litteratur-Zeitung für das Jahr 1817. Erstes Halbjahr.No. 151, am 11. Juni 1817. S. 12061207.

JL/er Verfasser theilt ein Paar wahrscheinlich aus münd-licher Überlieferung aufgefasste Sagen mit, an sich löblich, aberin einer Bearbeitung, die wir, wenn sie auch besser als hiergerathen wäre, nicht loben könnten. Knecht Ruprecht, wo-mit der zweite Band anfängt, ist eine artige Geschichte von demneckenden boshaften Geist, der daneben wie Rübezahl einengutmüthigen Zug hat. Eine Erzählung von eben diesem, wieer einer jungen Wittwe, die durch die schlesisch-böhmischenGebirge fährt, in einem Zauberschloss eine eigentliche Vorge-

*) [Vgl. hierzu den von Zacher herausgegebenen Briefwechsel über dasNibelungenlied von C. Lachmann und Wilhelm Grimm und den Brief an JacobGrimm in der Zeitschrift für Deutsche Philologie II, 1870. S. 193215. 343365.515528.]

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