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2 (1882)
Seite
185
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DER NIBELUNGEN NOTH VON LACHMANN. 185

Zweifel auf Hildebrand. S. 54 die Worte der Klage vonGiselhers Leid über Rüdigers Tod könnten sich doch wohl aufdas beziehen, was im Nibelungenlied 9005. 9008. 901213[2161, 1, 4. 2162, 4. 2163, 1.] gesagt wird.

Nachdem die Abhandlung über die Klage zu -Ende ist,wird jetzt § 27 bis 34 auch die erste Hälfte des Nibelungen-lieds zu demselben Zwecke, wie zuvor die zweite, untersucht.§ 28 wird angemerkt, dass die ersten Strophen des Gedichtssich sogleich als eine besonders für die jetzige Gestalt derNibelungennoth verfertigte Einleitung kund gäben, weil geradealle späterhin vorkommenden Personen und keine mehr nochweniger darin verzeichnet wären. Es sollte natürlich blossheissenkeine weniger"; dort werden die Burgunden mitihren Mannen genannt. Ist nun auch die erste Strophe dernächsten Abenteure ein (nicht nothwendiger, absichtlicher) Zu-satz, worin Siegfried mit den Seinigen aufgeführt wird? SolcheNamenreihen und noch viel grössere haben auch die dänischenHeldenlieder und werden in einem Epos nicht leicht fehlen.S. 82. Siegfried war zwischen den Schultern verwundbar,Chriemhild nähte ihm, als die Scheinfahrt beschlossen war, aufdas Kriegsgewand aussen ein kleines Kreuz an jene Stelle, da-mit sie Hagen sich merken und ihn, wenn man ihn dorthinstossen wolle, schützen sollte. Hernach, als beide vor dem Mordin die Wette laufen, legen sie die Kleider ab und sind in weissenHemden, wie nun Siegfried zum Trinken gebückt liegt, siehtHagen nach dem Zeichen (bilde steht in der St. Galler, chrüzein der Hohen-Emser Handschrift zu Wien) auf dem Gewandund schiesst den Helden dadurch. Da nun Siegfried auf keinenFall jenes Heergewand anhatte, so scheint hier offenbar einVergessen oder ein Widerspruch.

Indessen Hess sich noch folgende Vermuthung aufstellen: 753Siegfried trug auf seinen Hemden dieses Zeichen zum Schutzder verwundbaren Stelle (sei es nun das christliche Kreuz oderein altes aus der Heidenzeit herrührendes ähnliches, gleichfallsschützendes Zeichen von Thors Hammer, vgl. Thorlacius omThor og hans Hammer p. 46. 47), und Chriemhild nähte esdamals nur auf das äussere Gewand, damit es für Hagen sieht-