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2 (1882)
Seite
173
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NIBELUNGEN UND GIBELINEN VON GÖTTLING. 173

am Rhein, und an dem Mönch ist gar wenig Geistliches, son-dern ein völlig riesenhaftes Wesen, grosse Kampflust und guterHumor. In dem ungedruckten Rosengarten, einem wahrschein-lich älteren und besseren Gedicht, befindet sich auch der HeideEtzel unter diesen sogenannten geistlichen Kämpfern. Weiter:nach dem Verf. ist dieser Ilsan der Else des Nibelungenlieds,dessen Ferge den Hagen überführen sollte und von ihm er-schlagen ward; hier schlage nun Ilsan, das heisse Else, denrheinischen Fergen. Diese Gegenüberstellung könnte ihren Grundhaben und entspränge aus der Natur der Sage, aber wo zeigtsich das Weifische und Gibellinische darin? Zudem, in dem un-gedruckten Rosengarten, den Hr. Göttling zu lesen wahrschein-lich nicht Gelegenheit hatte, geht die Fahrt über den Rheinviel friedlicher ab, der Ferge ist ein Freund des alten Hilde-brands und lässt darum den Überschiffenden den Zoll nach, derin einem Fuss und einer Hand besteht, wird dafür aber vondem Meister mit 44 Mark beschenkt. Vielleicht findet sichin der Rabenschlacht ein deutliches Wort für des Verf.Hypo'these? Die Verwebung des Ermanrich mit Kaiser Hein-rich IV., den der alte Hildebrand als Papst Gregor VII. be-siegt, kann nicht dafür angesehen werden, und wir dürfen siewohl übergehen. Aber Dieterich von Bern springt in ErmrichsHeer mit dem Ausruf:aht schevelin Berne!" Das erklärtnun der Verf.:Bern (nom.) strafe Schevelin!" Schevelinaber sei das ausländisch oder Weifisch gesprochene Gibelin oderGibeling. Endlich hätte ein Dichter den Mund geöffnet undin der Verwünschungsformel den wahren Namen des Feindesgenannt, der sonst nicht über seine Lippen kommt. Wir habenin der Rabenschlacht gelesen: hetschevalir berne und schreibenhe tschevalir Berne (oder nach jener Lesart ah tschevalir),damit ist auch die Erklärung gegeben, der angebliche Schevelinist ein Chevalier und tsch nach der romanischen Aussprachegeschrieben, wie tschionatulander u. a. Diese Stütze des Verf.müssen wir also wegnehmen. Beim Walther von Aqui-tanien wird bloss erörtert, dass er zu den Gegnern der Nibe-lungenhelden gehöre. Endlich wird man überrascht, ein Ge-695dicht aus dem Kreis Carls des Grossen herzugenommen zusehen. In Carl soll das Gibellinische und Weltliche, im Mala-