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2 (1882)
Seite
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172 NIBELUNGEN UND GIBELINEN VON GÖTTL1NG.

gesäugt und erhalten wurde, hat doch Ähnlichkeit mit der Sage Tdie der Anonymus Wingartensis vom Geschlecht der Weifenerzählt? Wir glauben nicht, dass einer vom anderen geborgt,am wenigsten das Gedicht aus der Chronik, und können schondeshalb den Wolfdieterich nicht zum Weifen machen, die Sageselbst ist uralt, oder wir müssten nichts vom Romulus wissen. Mit der Anhänglichkeit der Weifen an den Papst vergleichtder Verf. die Anhänglichkeit der Wölfinge an dessen sinnbild-liche Gewalt, an das Geschlecht des Attenus. Es ist die natür-liche in der Sage liegende Treue des Geschlechts der Meisteran ihren Herrn; wie aber der alte Hildebrand (späterhin lässtder Verf. diesen Weifen selbst Gregor VII. darstellen) mit seinemHerrn Dieterich im Rosengarten umgeht, dem er, um Zorn undKampflust in ihm zu erwecken, mit der Faust ins Gesichtschlägt, das wird sich nicht gut mit dem Verhalten der Weifenzum heil. Vater vergleichen lassen. Und doch haben die Dichter,wie der Verf. glaubt, das Einzelne gar wohl bestimmt! In dernordischen Sage finden wir ähnliche Verhältnisse, z. B. desalten Starkathers zu seinem Herrn. Die Verwandtschaft derWölfinge mit den Bernern ist übrigens nach dem DresdnerWolfdieterich ausser Zweifel: Puntung wird darin zweimal(Str. 2 und 72, wie auch Altd. Wälder I, 206 angegeben ist)Potelung genannt und seine Schwester ist Hugdieterichs Weib.Für die Harlunge wird S. 85 eine geschichtliche Beziehung an-gegeben; vielleicht ist hier einiger Zusammenhang.694 Ein Paar Gedichte zeichnet der Verf. aus, als die wichtigsten

für seine Behauptung, ja in dem Rosengarten soll ein klarerund starker Beweis gegeben sein. Was soll in dem hier ganzdeutlichen Gegenüberstellen der Helden das Gibellinische undWeifische dabei beweisen? Die Helden am Rhein werden alsRiesen dargestellt, um einen Gegensatz zu den Wölfingen zumachen, und das bezeichnet diese nun als Weifen, die für dasGeistliche kämpfen. Für das Geistliche kämpfen sie hier abernicht, sondern um ein Halsen und Küssen, wahrscheinlich inden älteren Gedichten um noch mehr. An dem Hofe der Wöl-finge geht es nicht allzu züchtig her, die Herzogin bietet demWolf hart ihr Magdthum, wenn er die Gäste wohl behandelnwill; dieser aber ist so ungeschlacht, wie irgend ein Kämpfer